Jahrelang war er der Strippenzieher im Hintergrund. Jetzt rückt er direkt ins Zentrum der Macht. Nach den tödlichen US-israelischen Luftschlägen, bei denen Irans Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei ums Leben kam, richtet sich der Fokus auf seinen 56-jährigen Sohn Mojtaba Khamenei. Wird er die volle Kontrolle über ein Land am Abgrund übernehmen?
Wie das österreichische Medium oe24 berichtet, war Mojtaba jahrelang der wichtigste Vertraute seines Vaters. Nun gilt er als absoluter Favorit auf das höchste politische und religiöse Amt der Islamischen Republik.
Der Torwächter überlebt
Während Raketen auf Teheran einschlugen und zentrale Führungspersönlichkeiten getötet wurden, entkam Mojtaba dem Angriff. Laut Reuters bestätigen Insider, dass der Sohn des Ayatollah noch lebt und sich während der massiven Angriffe am Wochenende außerhalb der Hauptstadt aufhielt. Doch die Angriffe trafen ihn auf brutale Weise: Seine Frau, Tochter eines bekannten Hardliners, kam bei den Attacken ums Leben. Jetzt steht Mojtaba als trauernder Witwer da – und könnte bald das Kommando über Irans gesamte Militärmaschinerie übernehmen.
Ohne je ein offizielles Regierungsamt innegehabt zu haben, hat Mojtaba eine mächtige Machtbasis aufgebaut. Er kontrolliert den Informationsfluss und pflegt enge, unerschütterliche Beziehungen zu den gefürchteten Revolutionsgarden (IRGC). Für die jüngere, radikalere Militärgeneration agiert er bereits wie ein „Mini-Führer“.
Hardliner drängen auf die Spitze
Wer wählt eigentlich das nächste Oberhaupt? Diese Aufgabe liegt beim 88-köpfigen Expertenrat. Doch die Entscheidung ist alles andere als eine stille religiöse Debatte. Laut Times of India erhöhen die Revolutionsgarden massiv den Druck auf die Versammlung, Mojtaba sofort zu wählen. Aus Sicht des Militärs ist er der Einzige, der den Sicherheitsapparat im aktuellen Krisenmodus ausreichend kennt.
Kritiker schlagen jedoch Alarm: Mojtaba ist „Hojatoleslam“, also ein mittelrangiger Geistlicher, und besitzt nicht den theologischen Spitzenrang eines Ayatollah. Seine Ernennung erinnert viele an die Familien-Dynastien, die die Revolution von 1979 eigentlich abschaffen wollte. Dennoch trägt er den schwarzen Turban eines „Sayed“, was auf seine direkte Abstammung vom Propheten Mohammed hinweist – ein starkes Symbol für seine Anhänger.
Keine Kompromisse mit dem Westen
Wer auf ein gemäßigtes, diplomatisches Iran gehofft hatte, wird enttäuscht sein. Mojtaba gilt als knallharter Stratege. Er soll die Fäden bei den brutalen Niederschlagungen der Proteste 2009 und 2022 gezogen haben. Auch die USA kennen ihn sehr genau: Washington belegte ihn bereits 2019 mit Sanktionen, weil er die aggressiven Regionalziele seines Vaters vorangetrieben habe.
Ein Land im Krieg, eine Wirtschaft durch Sanktionen schwer angeschlagen: Mojtabas Aufstieg wäre ein eindeutiges Signal an die Welt – Iran gibt nicht nach! Während die Gerüchte zu offiziellen Meldungen werden, bleibt abzuwarten, ob der Sohn tatsächlich auf den Thron steigt.
Quelle: oe24
Credits: APA
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