Deal fast fertig, Drohnen schon unterwegs: Der Iran-Konflikt im Zickzack

Deal fast fertig, Drohnen schon unterwegs: Der Iran-Konflikt im Zickzack

Pakistan bestätigt einen abgestimmten Vertragstext, Trumps Vermittler stehen bereit — und das US-Militär meldet gleichzeitig neue iranische Angriffe. Der Nahostkonflikt bleibt unberechenbar bis zuletzt.

Pakistan meldet fertigen Vertragstext

Am Freitag kam die bisher konkreteste Meldung: Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif schrieb laut orf.at auf X, ein „endgültiger, von allen Seiten abgestimmter Text des Friedensabkommens“ sei erreicht worden. Pakistan fungiert als Vermittler zwischen den USA und dem Iran — Sharifs Aussage ist damit keine Randmeldung, sondern eine offizielle Bestätigung aus dem Verhandlungsraum.

Auch der iranische Außenminister Abbas Araghtschi bestätigte laut orf.at, dass eine Absichtserklärung „zum Greifen nah“ sei — bat die Medien aber ausdrücklich darum, sich mit Spekulationen über den Inhalt zurückzuhalten.

Was der Deal beinhalten soll

Laut Trump sieht das geplante Abkommen die Öffnung der Straße von Hormus vor — innerhalb von 30 Tagen. Im Gegenzug würde die USA-Blockade iranischer Häfen aufgehoben. Laut einem ranghohen US-Beamten, den orf.at zitiert, soll zudem das iranische Atomprogramm zurückgebaut werden — das angereicherte Uran soll vor Ort unschädlich gemacht und aus dem Land gebracht werden. Darüber hinaus fordern die USA ein Ende der iranischen Finanzierung von Milizen wie der Hisbollah. Nach US-Darstellung habe Teheran dem bereits zugestimmt.

Auf iranischer Seite stehen als Gegenleistungen Sanktionserleichterungen, die Freigabe eingefrorener Auslandsvermögen und eine überwachte Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon auf der Wunschliste. Wie diese Überwachung aussehen soll, ist laut orf.at noch ungeklärt.

Ein konkretes Indiz dafür, dass der Deal bereits läuft: Die Vereinigten Arabischen Emirate sollen laut Reuters-Insidern bereits mehr als drei Milliarden Dollar an eingefrorenen iranischen Geldern freigegeben haben — mit dem Ziel, Teherans Angriffe auf den Golfstaat zu stoppen. Insgesamt hätten die VAE bis zu 20 Milliarden Dollar zugesagt.

Drohnen schon unterwegs — gleichzeitig

Die Annäherung hat einen Haken: Während Pakistan den Vertragstext bestätigt, meldete das US-Regionalkommando Centcom laut orf.at neue iranische Drohnenangriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus. „Wir haben sie alle abgeschossen, der Schiffsverkehr fließt ungehindert“, teilte Centcom auf X mit. Weiteren Angaben — etwa zur Zahl der Drohnen oder zu Hintermännern — enthielt sich das US-Militär.

Auch auf anderem Schauplatz bleibt es unruhig: Israel ordnete laut orf.at die Evakuierung von 20 Orten im Südlibanon an und meldete mehrere Hisbollah-Drohnenangriffe auf Nordisrael seit Freitagabend. Die seit April geltende Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah gilt formal noch — beide Seiten werfen einander aber laufend Verstöße vor.

EINORDNUNG
Der Widerspruch zwischen Sharifs Bestätigung eines fertigen Vertragstextes und gleichzeitigen neuen Drohnenangriffen ist kein Zufall — er illustriert das Grundproblem dieses Konflikts. Die politische Führung des Iran und die militärischen Kräfte der Revolutionsgarden handeln nicht immer synchron. Ein unterschriebenes Dokument bedeutet nicht automatisch, dass alle Akteure die Waffen niederlegen.

Trump hat laut CNN bis zu dieser Woche 39 Mal einen bevorstehenden Iran-Deal angekündigt. Sharifs Bestätigung eines abgestimmten Textes ist das bisher konkreteste Signal — aber solange die Drohnen fliegen, ist kein Deal vollzogen.

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