Das Bundesheer baut: 473 Millionen für Kasernen, Hubschrauber und Leopard-Garagen

Das Bundesheer baut: 473 Millionen für Kasernen, Hubschrauber und Leopard-Garagen

Österreich rüstet auf – und das nicht nur mit Waffen. 2026 fließen knapp 473 Millionen Euro in die militärische Infrastruktur. Von Wien bis Vorarlberg wird gebaut, saniert und modernisiert. Der Aufbau-Fahrplan hat ein klares Ziel: 2032.

Halbe Milliarde für Steine und Stahl

Wie das Verteidigungsministerium und oe24.at berichten, nimmt das österreichische Bundesheer heuer rund 473 Millionen Euro für die Modernisierung und Erweiterung seiner militärischen Infrastruktur in die Hand. Etwas mehr als die Hälfte – 55 Prozent – fließt in Projekte des „Aufbauplans 2032plus“ zur Weiterentwicklung militärischer Fähigkeiten. Die weiteren 45 Prozent werden für den Erhalt der derzeitigen Fähigkeiten und die technische Modernisierung der Liegenschaften verwendet. oe24

Das Geld ist Teil eines größeren Rahmens: Von 2020 bis 2026 wurden für Bau- und Infrastrukturprojekte insgesamt 1,325 Milliarden Euro in die Hand genommen. exxpress.at

Wien vorne, Niederösterreich knapp dahinter

Mit 115,7 Millionen Euro wird am meisten in Wien investiert. Darunter fällt unter anderem die Generalsanierung des Verwaltungsgebäudes in der Maria-Theresien-Kaserne im 13. Bezirk. Weitere Vorhaben werden in der Rossauer Kaserne, der Vega-Payer-Weyprecht-Kaserne und im Kommandogebäude General Körner umgesetzt. oe24

Hinter Wien folgt Niederösterreich mit 102,1 Millionen Euro. Darunter sind 24,2 Millionen Euro für einen neuen Hangar für zwei Staffeln der AW169 „Leonardo“-Hubschrauber am Fliegerhorst Figl in Langenlebarn. Zusätzlich gibt es Baumaßnahmen an der Theresianischen Militärakademie, in der Burstyn-Kaserne und in der Ostarrichi-Kaserne. oe24

Die Steiermark erhält knapp 77,9 Millionen Euro, davon 13,6 Millionen für Infrastrukturmaßnahmen für die „Leonardo“-Hubschrauber am Fliegerhorst in Aigen im Ennstal. In Oberösterreich fließen 64,9 Millionen Euro – davon 9,5 Millionen in einen neuen Garagenbezirk für den Kampfpanzer Leopard in der Hessen-Kaserne in Wels. oe24 Den Rest teilen sich Tirol (39,2 Mio.), Salzburg (31,2 Mio.), Kärnten (30,9 Mio.), Burgenland (6,4 Mio.) und Vorarlberg (4,8 Mio.).

Tanner: 99 Prozent der Aufträge gehen an heimische Firmen

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) bezeichnet die Investitionen als „weiteren wichtigen Grundstein“ für den Aufbauplan. „Eine moderne Infrastruktur ist nicht nur die Grundlage für die Einsatzbereitschaft und Ausbildung, sondern soll auch attraktive Arbeitsumgebung sowie moderne Unterkünfte für unsere Soldaten bieten“, so Tanner. Laut Ministerium werden rund 99 Prozent der Bauprojekte und Sanierungsmaßnahmen von regionalen Unternehmen durchgeführt. oe24

Das ist ein Argument, das innenpolitisch gut ankommt – und gleichzeitig als Beleg dafür herhalten soll, dass das Militärbudget auch der heimischen Wirtschaft zugutekommt.

Das große Ziel: 2 Prozent des BIP bis 2032

Die Infrastrukturoffensive ist Teil des umfassenderen „Aufbauplans 2032+“, der das Bundesheer bis zum Ende des Jahrzehnts auf volle Verteidigungsfähigkeit bringen soll. Wie das Verteidigungsministerium und der ORF berichten, liegt der Anteil der Verteidigungsausgaben am BIP 2026 bei 1,25 Prozent – das erklärte Ziel sind zwei Prozent bis 2032. ORF

Kritiker bezweifeln, ob das realistisch ist. FPÖ-Wehrsprecher Volker Reifenberger monierte bereits 2025, dass die Investitionen in die militärische Infrastruktur „angesichts des tatsächlichen Bedarfs viel zu niedrig“ seien, und erklärte es für „mehr als zweifelhaft“, dass der Aufbauplan das Zwei-Prozent-Ziel tatsächlich halten wird. Nachrichten.at

Bis 2032 wird sich zeigen, wer recht behält.


Quellen: oe24.at, Puls24.at, Verteidigungsministerium/bundesheer.at, Militär Aktuell, Exxpress.at, nachrichten.at, ORF.at
Credits: APA

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