Tianjin – Mit scharfen Worten und klaren Botschaften eröffneten Chinas Präsident Xi Jinping und Russlands Kremlchef Wladimir Putin den Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ). Während Xi die „chaotische Weltlage“ anprangerte, erklärte Putin unmissverständlich: „Das alte System ist tot.“ Gemeinsam fordern sie eine multipolare Weltordnung – ein klarer Angriff auf den Westen.
Xi: „Fairness statt Kalter Krieg“
Xi Jinping nutzte die Bühne, um die aktuelle Weltordnung zu kritisieren. „Wir müssen uns zu Fairness und Gerechtigkeit bekennen und der Mentalität des Kalten Krieges entgegentreten“, forderte der chinesische Staatschef laut Stern. Die SOZ, so Xi, sei der Schlüssel, um die Herausforderungen der Zeit zu bewältigen.
Putin: „Das alte System ist tot“
Wladimir Putin ging noch einen Schritt weiter und erklärte die „euroatlantische Weltordnung“ für überholt. „Das alte System ist tot“, sagte der Kremlchef und forderte ein neues Modell, das die Interessen „eines maximal großen Kreises an Ländern“ berücksichtigt. Laut n-tv betonte Putin die Bedeutung der SOZ als Gegengewicht zu westlichen Bündnissen wie der NATO.
Modi als Vermittler?
Indiens Premierminister Narendra Modi, der erstmals seit 2018 China besuchte, versuchte sich als Brückenbauer. Während er mit Xi über eine Annäherung sprach, hielt er auch bilaterale Gespräche mit Putin. Modi, der Russlands Invasion in die Ukraine bislang nicht verurteilt hat, betonte die Bedeutung von „Frieden und Stabilität“, wie die Tagesschau berichtete.
Ein Bündnis gegen den Westen?
Die SOZ, die mittlerweile zehn Mitgliedsstaaten umfasst, darunter China, Russland, Indien und den Iran, wird zunehmend als Plattform für autoritäre Regime gesehen. Kritiker werfen der Organisation vor, vor allem den Einfluss der USA und der NATO eindämmen zu wollen. Xi und Putin betonten jedoch die wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Erfolge der SOZ, darunter die Bekämpfung von Extremismus und die Förderung von Investitionen.
Symbolik oder Substanz?
Während Xi und Putin Geschlossenheit demonstrierten, bleibt die Frage, wie stabil das Bündnis tatsächlich ist. Unterschiedliche Interessen der Mitgliedsstaaten könnten die Einheit gefährden, wie Experten gegenüber ORF anmerkten. Doch eines ist sicher: Der Gipfel in Tianjin war ein klares Signal an den Westen – und ein weiterer Schritt in Richtung einer multipolaren Weltordnung.
Credits: APA
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