Cyberangriff auf das Innenministerium – 60.000 Beamte und Polizisten im Visier von Hackern

Cyberangriff auf das Innenministerium – 60.000 Beamte und Polizisten im Visier von Hackern

Ein schwerwiegender Cyberangriff hat das österreichische Innenministerium (BMI) getroffen! Wie das Ministerium am Samstag bekannt gab, wurde vor mehreren Wochen ein gezielter und professioneller Angriff auf die IT-Infrastruktur aufgedeckt. Was zunächst als harmlose Unregelmäßigkeiten in einem Büro-IT-System begann, entpuppte sich als massive Sicherheitsverletzung.

Konkret verschafften sich die unbekannten Täter unberechtigten Zugriff auf die Mailserver des BMI. Die Folge: Der externe E-Mail-Verkehr musste aus Sicherheitsgründen drastisch eingeschränkt werden.

100 von 60.000 Accounts betroffen

Von dem Angriff waren rund 100 der etwa 60.000 E-Mail-Accounts des BMI betroffen, wie oe24.at berichtet. Das Innenministerium betont jedoch, dass sensible Inhalte grundsätzlich nicht per E-Mail kommuniziert werden. Die betroffenen Mitarbeiter wurden direkt informiert, die kompromittierten Systeme sofort isoliert.

Externe IT-Sicherheitsexperten wurden hinzugezogen – ein übliches Vorgehen in solchen Fällen. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden umgehend und zielgerichtet verstärkt.

China-Verbindung bleibt Spekulation

Auf Nachfrage von oe24.at dementierte das Innenministerium Spekulationen über einen Angriff aus China: „Es gab in den letzten Wochen immer wieder Angriffe aus Fernost gegen Ziele weltweit, darunter USA, Deutschland, Holland. Dass es sich dabei um eine Attacke aus China handelt, ist reine Spekulation, das können wir auf keinen Fall bestätigen.“

Polizeiarbeit läuft normal weiter

Das BMI versichert, dass die Erfüllung der polizeilichen Kernaufgaben zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt war. „Die Arbeitsfähigkeit ist vollumfänglich gegeben und die wesentlichen IT-Services stehen zur Verfügung“, heißt es in der offiziellen Stellungnahme.

Besonders wichtig: Polizeiliche Informationssysteme, Datenbanken, Register oder personenbezogene Daten von Bürgern waren von dem Cyberangriff nicht betroffen, wie das BMI ausdrücklich festhält.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Das Ministerium erstattete Anzeige an die Staatsanwaltschaft wegen widerrechtlichen Zugriffs auf ein Computersystem. Die entsprechenden Ermittlungen wurden bereits eingeleitet.

Während der laufenden Untersuchungen können keine näheren Details zur exakten Vorgangsweise und den konkreten Abläufen bekanntgegeben werden, wie das BMI mitteilte. Die Sicherheitsexperten führen derzeit umfassende Untersuchungen durch, insbesondere hinsichtlich der Angriffsvektoren.

Bereinigung läuft auf Hochtouren

Aktuell läuft die Bereinigung der betroffenen Systeme. Dies führt zu temporären Einschränkungen der elektronischen Erreichbarkeit des BMI – insbesondere beim externen E-Mail-Verkehr.

Der Vorfall zeigt einmal mehr, wie verwundbar auch staatliche Einrichtungen gegenüber modernen Cyberattacken sind. Dass ausgerechnet das für die innere Sicherheit zuständige Ministerium getroffen wurde, dürfte bei den Verantwortlichen für besondere Beunruhigung sorgen.

Credits: APA

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