CSU verliert reihenweise Rathäuser: Was die bayerischen Stichwahlen über Söders Partei verraten

CSU verliert reihenweise Rathäuser: Was die bayerischen Stichwahlen über Söders Partei verraten

München, Augsburg, Regensburg, Rosenheim – in einer Wahl nach der anderen verliert die CSU bei den Kommunalstichwahlen in Bayern wichtige Schlüsselämter.

Das Ergebnis in den Städten

Am 22. März 2026 fanden in Bayern die Stichwahlen zur Kommunalwahl statt – und die Ergebnisse fielen für die CSU in vielen Städten ernüchternd aus. Wie das Augsburger Stadtportal mit dem amtlichen Ergebnis dokumentiert, setzte sich SPD-Kandidat Florian Freund in der Stichwahl mit 56,6 Prozent gegen die CSU-Amtsinhaberin Eva Weber durch. In Regensburg gewann laut Live-Berichterstattung des Kurierverlag ebenfalls ein SPD-Kandidat. Auch in Rosenheim, Schweinfurt, Passau und Bayreuth konnten sich wie die taz berichtet SPD-Kandidaten durchsetzen – ein Achtungserfolg für eine Partei, die im Freistaat lange in der Bedeutungslosigkeit verschwunden schien.

Das spektakulärste Ergebnis des Abends: München bekommt laut taz mit Dominik Krause (Grüne) erstmals in seiner Geschichte einen grünen Oberbürgermeister. Der 32-jährige Herausforderer setzte sich mit rund 57 Prozent klar gegen SPD-Amtsinhaber Dieter Reiter durch, der nach den Worten von Kurierverlag selbst sagte: „Ich habs verbockt, es ist meine Schuld.“ Die CSU hatte im ersten Wahlgang nicht einmal die Stichwahl erreicht.

Freie Wähler schlagen die CSU auf dem Land

Noch schmerzhafter für die CSU fiel das Bild in den Landkreisen aus. Wie die Weltwoche berichtet, gab es in 23 Landrats-Stichwahlen, in denen CSU- gegen Freie-Wähler-Kandidaten antraten, in 18 Fällen einen Sieg der Freien Wähler. Wie der Kurierverlag unter Berufung auf Wahldaten bestätigt, verlor die CSU dabei auch in oberbayerischen Hochburgen wie Miesbach, Kelheim und dem Berchtesgadener Land – allesamt Landkreise, die als sichere CSU-Bastionen galten. Im Kreis Cham gewann mit einem Freie-Wähler-Kandidaten laut Kurierverlag erstmals überhaupt ein Politiker, der nicht der CSU angehört.

Eine besondere Überraschung lieferte der Landkreis Landsberg am Lech: Dort siegte laut Kurierverlag Grünen-Kandidatin Daniela Groß mit 61,5 Prozent klar gegen den CSU-Amtsinhaber.

Söders Reaktion: AfD als Erklärung

In der Gesamtschau der Stichwahlen in kreisfreien Städten und Landkreisen kam die CSU laut dem Live-Ticker des Kurierverlag auf 16 Siege, die Freien Wähler auf 19, die SPD auf 7, die Grünen auf 2. Söder selbst versuchte das Ergebnis einzuordnen: Wie die taz berichtet, machte er unter anderem die AfD verantwortlich, die der CSU im ersten Wahlgang Stimmen abgenommen habe. In Stichwahlen gebe es zudem die Tendenz, dass sich alle anderen Parteien gegen die CSU verbündeten.

Eine Erklärung, die die Fakten nicht wegdiskutiert: Augsburg, das seit Jahrzehnten von der CSU regiert wurde, wechselt die politische Farbe. München regiert erstmals ein Grüner. Und auf dem Land haben die Freien Wähler die CSU als stärkste Landratskraft abgelöst.


Quellen:

  • Weltwoche: „Wahlschlappe für Markus Söder: CSU verliert reihenweise Schlüsselämter“ (24.03.2026)
  • Stadt Augsburg: Offizielles Wahlergebnis Stichwahl OB 22.03.2026 (augsburg.de)
  • taz.de: „Stichwahlen in Bayern: Die Verliererin heißt CSU“ (23.03.2026)
  • Kurierverlag.de: „Stichwahlen in Bayern – Live-Ticker und Live-Analyse“ (22./23.03.2026)
  • t-online.de: „Kommunalwahl Bayern 2026: Markus Söder ärgert sich über CSU-Ergebnisse“ (März 2026)
  • kommunal.de: „Kommunalwahl Bayern 2026: Ergebnisse, Sieger und Stichwahlen im Überblick“ (März 2026)

Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest
0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x