Ein mutiger Vorstoß von Familienministerin Claudia Plakolm (ÖVP): Sie will Frauen und Familien nach einem Schwangerschaftsverlust endlich die rechtliche Absicherung geben, die sie verdienen.
Ein offener Brief, der Wellen schlägt
Anlässlich des Tags der Sternenkinder hat der Verein „Sternchenmamas“ einen offenen Brief an die Bundesregierung gerichtet. Die Forderung: Mutterschutz nach einem Schwangerschaftsverlust ab der 13. Woche. In Deutschland ist das bereits Realität – seit Juni 2025 gibt es dort gestaffelte Schutzfristen, die Frauen nach einer Fehlgeburt Zeit zur Erholung geben. Wie die „Presse“ berichtet, möchte Plakolm dieses Modell auch in Österreich umsetzen.
„Noch immer ist es ein Tabuthema, wenn man ein Kind verliert. Vor der Kraft der betroffenen Eltern, die das Schweigen brechen, habe ich tiefen Respekt“, erklärte Plakolm laut „oe24“. Sie betonte, dass es ihr ein Herzensanliegen sei, Eltern nach einem solchen Verlust Begleitung, Schutz und rechtliche Absicherung zu bieten.
Deutschland als Vorbild?
Das deutsche Modell sieht Schutzfristen von zwei Wochen ab der 13. Schwangerschaftswoche, sechs Wochen ab der 17. Woche und acht Wochen ab der 20. Woche vor. Frauen können jedoch selbst entscheiden, ob sie den Mutterschutz in Anspruch nehmen oder weiterarbeiten möchten. „Die Einführung wurde in Deutschland sehr positiv aufgenommen“, so Plakolm gegenüber der „Presse“.
Skepsis aus dem Gesundheitsministerium
Doch nicht alle sind begeistert. Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) zeigte sich skeptisch. Wie der „Kurier“ berichtet, sei die österreichische Rechtslage nicht mit der deutschen vergleichbar. In Österreich gilt bereits ein sofortiger Kündigungs- und Entlassungsschutz nach einer Fehlgeburt – unabhängig von der Schwangerschaftswoche. Zudem können sich Frauen ohne Angabe einer Diagnose krankschreiben lassen, was ihre Privatsphäre schützt.
„Ein direkter Vergleich ist nur im Detail sinnvoll“, so Schumann. Dennoch will Plakolm Gespräche mit den zuständigen Ministerien aufnehmen, um eine Lösung zu finden.
Ein Schritt in die richtige Richtung?
Die Initiative von Claudia Plakolm könnte ein wichtiger Meilenstein sein, um das Thema Schwangerschaftsverlust aus der Tabuzone zu holen. Wie die „Sternchenmamas“ betonen, brauchen betroffene Frauen nicht nur rechtliche Absicherung, sondern auch gesellschaftliche Anerkennung für ihren Verlust.
Credits: APA
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