Die Lage für Christen im Sudan ist weiterhin äußerst schwierig. Das Land befindet sich seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs im April 2023 in einem anhaltenden Konflikt zwischen den paramilitärischen „Rapid Support Forces“ (RSF) und der sudanesischen Armee (SAF). Nach Angaben verschiedener Quellen, darunter exxpress.at und NIUS, sind schätzungsweise rund 150.000 Menschen durch die anhaltenden Kämpfe ums Leben gekommen, etwa zwölf Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht.
Situation der christlichen Minderheit
Christen stellen eine Minderheit im Sudan dar. Laut der christlichen Hilfsorganisation „Open Doors“, auf die exxpress.at verweist, belegt der Sudan Platz 5 im Weltverfolgungsindex. Dies bedeutet, dass Christen dort zu den am stärksten verfolgten religiösen Gruppen zählen. Die Mehrheit der sudanesischen Bevölkerung ist muslimisch, konvertierte Christen werden nicht selten von ihrer eigenen Familie und ihrem Stamm ausgeschlossen.
Auswirkungen des Bürgerkriegs
Der Bürgerkrieg hat sowohl für die christliche Minderheit als auch für andere Bevölkerungsgruppen schwere Folgen. Berichte aus der Region Darfur, unter anderem im Interview mit einem sudanesischen Christen (NIUS), zeigen, dass die Sicherheitslage instabil ist und Übergriffe auf Zivilisten häufig sind. In der Stadt Al-Faschir kam es laut diesen Angaben zur Bombardierung einer katholischen Kirche, bei der Flüchtlinge Schutz suchten und auch ein Priester getötet wurde.
Beide Konfliktparteien, RSF und SAF, werden als islamistisch geprägt beschrieben. Nach Informationen von exxpress.at besteht eine langjährige Diskriminierung religiöser Minderheiten. Der frühere Präsident Umar al-Baschir hatte den Sudan öffentlich als muslimisches Land deklariert und staatliche Maßnahmen gegen Kirchen und Nichtmuslime ergriffen. Dazu zählte sowohl die Zerstörung religiöser Einrichtungen als auch der Entzug staatsbürgerlicher Rechte.
Gesellschaftliche Ausgrenzung und Diskriminierung
Christen im Sudan sind laut der Berichte häufig mehrfach benachteiligt. Sie werden aus ihren Vierteln vertrieben, besitzen oft kaum rechtlichen Schutz für ihr Eigentum und werden von Teilen der humanitären Hilfe ausgeschlossen. Auch ist es für Christen aufgrund religiöser Regelungen in manchen Regionen nicht möglich, auf öffentlichen Friedhöfen bestattet zu werden.
Die Diskriminierung betrifft sowohl einige traditionelle Bevölkerungsgruppen aus den Nuba-Bergen als auch christliche Konvertiten. Das gesellschaftliche Klima begünstigt eine immer stärkere Marginalisierung, insbesondere während der jüngsten Kampfhandlungen.
Ausblick
Viele sudanesische Christen wünschen sich, dass sie ihren Glauben frei ausüben und in Frieden leben können. Die aktuelle politische und humanitäre Lage erschwert dies jedoch erheblich. Dennoch berichtet NIUS, dass viele Christen an ihrem Glauben festhalten, obwohl sie durch die anhaltenden Unsicherheiten und die soziale Ausgrenzung großen Belastungen ausgesetzt sind.
Quelle: Die Informationen basieren auf Angaben von exxpress.at, Interviews mit sudanesischen Christen (NIUS) sowie Einschätzungen der Organisation „Open Doors“.
Credits: APA
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