In der spanischen Exklave Ceuta hat die Polizei zwei Männer festgenommen, die eine 17-jährige Migrantin in einem provisorischen Lager am Strand vergewaltigt haben sollen. Die Jugendliche musste noch vor Ort wiederbelebt werden. Der Fall ist nicht der erste dieser Art seit der Massenankunft von Migranten Ende Juli.
Polizei nach Schreien alarmiert
Wie die spanische Nationalpolizei bestätigte, nahm sie am Samstag zwei marokkanische Männer im Alter von 42 und 21 Jahren fest. Die Beamten waren laut Euronews zum Lager an der Playa del Trampolín gerufen worden, nachdem mehrere Menschen Schreie gemeldet hatten. Beim Eintreffen fanden sie die 17-Jährige, die gerade eine der Hütten verließ. Laut Ceuta Televisión war sie verletzt, verlor vor den Augen der Einsatzkräfte das Bewusstsein und musste von den Polizisten reanimiert werden. Anschließend wurde sie ins Universitätskrankenhaus gebracht und später in einer Einrichtung für Minderjährige untergebracht. Die Details stammen laut Ceuta Televisión aus dem Polizeibericht, den der Radiosender Cadena SER einsehen konnte. Offiziell bestätigte die Polizei nur den Verdacht der sexuellen Gewalt und die beiden Festnahmen.
Verdächtige schweigen
Die beiden Festgenommenen machten laut spanischen Medien keine Aussage und erklärten lediglich, das Mädchen nicht zu kennen. Sie sollen einem Richter vorgeführt werden. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.
23 Fälle bei der Staatsanwaltschaft
Der Fall steht nicht allein. Wie die spanische Generalstaatsanwaltschaft Anfang September mitteilte, wurden seit der Massenankunft vom 30. und 31. Juli in Ceuta 23 sexuelle Übergriffe auf Migranten registriert. Neun der Opfer waren Minderjährige zwischen 14 und 17 Jahren. Unter den acht damals identifizierten Verdächtigen sind vier Marokkaner, drei Spanier und ein Belgier. Laut Euronews laufen in Ceuta inzwischen 37 Verfahren wegen Vergewaltigung. Ebenfalls Anfang September war ein 17-jähriger Migrant festgenommen worden, der im Aufnahmezentrum Piniers drei Mädchen im Alter von zehn und elf Jahren sexuell missbraucht haben soll.
Hunderte Mädchen ohne sichere Unterkunft
Besonders gefährdet sind unbegleitete Minderjährige. Nach Angaben der Behörden befinden sich laut oe24 noch rund 1.500 Minderjährige in Ceuta, darunter etwa 700 Mädchen, knapp 300 davon außerhalb regulärer Betreuungseinrichtungen. Spaniens Ministerin für Jugend und Kinder, Sira Rego, hatte bereits Anfang September im Parlament gefordert, rasch 500 der damals geschätzt 760 Mädchen aufs spanische Festland zu bringen. Die Verteilung kommt bislang aber nur schleppend voran.
Hinweis: Wenn Sie von sexueller Gewalt betroffen sind, finden Sie in Österreich Hilfe bei der Frauenhelpline gegen Gewalt unter 0800 222 555 (kostenlos, rund um die Uhr) sowie im Notfall bei der Polizei unter 133.
Neueste Kommentare