Dokumentarfilm über Regierung Rama: Österreichischer Produzent Frederik Füssel verfolgt die Spur des Geldes

Dokumentarfilm über Regierung Rama: Österreichischer Produzent Frederik Füssel verfolgt die Spur des Geldes

Ein kurzer Videoclip sorgt in Albanien für Aufsehen: Der österreichische Filmemacher Frederik Füssel spricht darin mit einer anonymen Auskunftsperson über einen USB-Stick. Darauf sollen sich Angaben zu Zahlungen, Empfängern und Hintergründen befinden. Füssel arbeitet an einem Dokumentarfilm über Korruptionsvorwürfe im Umfeld der Regierung von Edi Rama.

„Was ist auf diesem USB-Stick?“, fragt Füssel in dem veröffentlichten Ausschnitt. Die nicht erkennbare Person erklärt, darauf befänden sich Daten zu Zahlungen, Namen und Geldbeträgen. Die albanische Journalistin Lindita Çela veröffentlichte den Clip in sozialen Medien. Seit dem 23. September berichten mehrere albanische Medien über das Filmprojekt.

Zeuge spricht über Namen und Zahlungen

Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms steht nach den bisherigen Berichten die Aussage einer Person aus Albanien, deren Identität nicht öffentlich gemacht wurde. Sie behauptet, über Informationen zu Zahlungen an Personen zu verfügen, die sie beschuldigt. Çela bezeichnet den veröffentlichten Clip als kurzen Ausschnitt einer umfangreicheren Recherche. Die Prüfung des Materials dauere noch an.

Welche Personen und Projekte der fertige Film behandeln wird, ist bislang nicht bekannt. Offen bleibt damit auch, ob Ramas Freund, Fate Velaj, Albaniens Botschafter in Wien, darin eine Rolle spielen wird. 

Was genau auf dem USB-Stick gespeichert ist, lässt sich anhand des Videos ebenfalls nicht überprüfen. Auch die Herkunft und Echtheit möglicher Dokumente sind bislang nicht öffentlich belegt. Der Ausschnitt zeigt eine Ankündigung, noch keinen Nachweis für die erhobenen Korruptionsvorwürfe.

Vorstellung auf internationalen Filmfestivals geplant

Füssel ist ein österreichischer Produzent und Filmemacher. Seine Produktionsfirma Seven Ocean Pictures führt ihn als Geschäftsführer und Produzenten.

Nach Angaben Füssels soll der Dokumentarfilm nach seiner Fertigstellung bei großen internationalen Filmfestivals einem breiten Publikum vorgestellt werden. Ein konkretes Festival oder Premierendatum wurde bislang nicht genannt.

Eine solche Präsentation könnte dem Film internationale Aufmerksamkeit geben und seine Recherche einer breiteren öffentlichen Prüfung aussetzen. Ob die angekündigten Vorwürfe tragen, wird jedoch von den zugrunde liegenden Belegen abhängen – und davon, ob die betroffenen Personen mit konkreten Anschuldigungen konfrontiert werden.

In Albanien hat bereits der kurze Vorabclip eine Debatte ausgelöst. Die entscheidende Frage bleibt vorerst offen: Kann der fertige Film die angekündigte Spur des Geldes nachvollziehbar dokumentieren? Für alle von den Vorwürfen betroffenen Personen gilt die Unschuldsvermutung.

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