Nach mehreren gescheiterten Anläufen hat es der frühere Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) nun doch geschafft: Ein Werk des Künstlers Erwin Wurm findet seinen Platz im österreichischen Parlament – diesmal in Form eines Porträtfotos für die traditionelle Präsidenten-Galerie.
Ein Foto statt einer Skulptur
Wie der „Kurier“ berichtet, erteilte Sobotka Wurm den Auftrag, sein offizielles Porträt für die Galerie der Nationalratspräsidenten zu gestalten – ein Recht, das jedem ehemaligen Amtsinhaber zusteht. Mehreren Medienberichten zufolge soll es sich dabei um ein Foto handeln, für das rund 30.000 Euro an Steuergeld veranschlagt werden.
Zwei gescheiterte Anläufe zuvor
Der aktuelle Auftrag ist bereits der dritte Versuch Sobotkas, das Werk Wurms mit dem Parlament zu verbinden. Ursprünglich war laut „Kurier“ eine Skulptur direkt am Ring geplant gewesen – dieses Vorhaben scheiterte am Veto der Stadt Wien. Danach wollte der frühere Nationalratspräsident, der auch für die Anmietung eines vergoldeten Klaviers im Parlament kritisiert worden war, eine Wurm-Skulptur an der Rückseite des Gebäudes in der Reichsratsstraße unterbringen – wieder ohne Erfolg.
Der Alleingang von 2024
Für deutlich mehr Aufsehen sorgte allerdings ein früherer Vorstoß: Unmittelbar vor seinem Ausscheiden aus dem Amt überraschte Sobotka im Oktober 2024 mit der Anschaffung zweier Skulpturen, die damals mit je 120.000 Euro beziffert wurden – laut aktuellem „Kurier“-Bericht beliefen sich die tatsächlichen Gesamtkosten sogar auf 271.000 Euro. Aufgestellt wurden die Werke im Oberen Vestibül beim Eingang zur Säulenhalle, ohne dass ein Kurator beigezogen oder die Präsidiale mit der Entscheidung befasst wurde. Der damalige Parlamentsdirektor Harald Dossi hatte sich gegen den Kauf gestellt, musste sich letztlich aber einer entsprechenden Weisung fügen.
Rosenkranz machte den Kauf rückgängig
Sobotkas Nachfolger im Amt, FPÖ-Nationalratspräsident Walter Rosenkranz, ließ den umstrittenen Ankauf im Vorjahr rückabwickeln und gab beide Skulpturen an den Künstler zurück – die Kosten für den Rücktransport übernahm die Parlamentsdirektion. Sobotka reagierte darauf empört und warf Rosenkranz in einer Aussendung vor, „dem Populismus von Herbert Kickl“ zu folgen, indem er die Werke „eines der bedeutendsten Künstler unseres Landes“ veräußert habe.
Mit dem nun beauftragten Porträtfoto dürfte Sobotka sein langjähriges Anliegen, Wurms Kunst dauerhaft im Parlament zu verankern, zumindest in reduzierter Form doch noch erreicht haben.
Credits: bka
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