Die Koalition hat sich auf die Grundzüge des Doppelbudgets 2027/28 geeinigt. Das Herzstück: Lohnnebenkosten sollen sinken. Doch ob das bei den Arbeitnehmern ankommt, steht in den Sternen.
Lohnnebenkosten sinken um einen Prozentpunkt
Das Kernstück des neuen Budgets ist eine spürbare Entlastung der Arbeitgeber. Wie heute.at berichtete, plant die Regierung, die Lohnnebenkosten um einen Prozentpunkt zu senken – auf künftig 2,7 Prozent. Für die Finanzierung sind rund zwei Milliarden Euro jährlich vorgesehen, aufgebracht durch strukturelle Maßnahmen im Unternehmensbereich und Umschichtungen im Budget. Ob die Einsparungen tatsächlich bei den Beschäftigten ankommen – etwa in Form höherer Löhne –, ist dabei nicht vorgeschrieben. Das bleibt den einzelnen Unternehmen überlassen.
5,1 Milliarden Euro – zwischen Sparen und Investieren
Das Gesamtvolumen des Doppelbudgets liegt laut heute.at bei über fünf Milliarden Euro und setzt auf einen breiten Mix. Rund 2,5 Milliarden Euro sind für die Haushaltskonsolidierung vorgesehen – über Einsparungen ebenso wie über Mehreinnahmen. Damit soll das Defizit bis 2028 auf drei Prozent des BIP sinken und der Ausstieg aus dem laufenden EU-Defizitverfahren gelingen.
Gleichzeitig sollen weitere 2,6 Milliarden Euro in Offensivmaßnahmen fließen. Wie heute.at berichtete, stehen dabei Arbeitsmarkt, Pflege und Elementarpädagogik im Fokus – darunter auch die Finanzierung des verpflichtenden zweiten Kindergartenjahres.
Geopolitischer Druck als Treiber
Die Einigung kommt in einem wirtschaftlich angespannten Umfeld. Wie heute.at berichtete, haben geopolitische Konflikte – allen voran der Iran-Krieg und seine Auswirkungen auf Energiepreise und Lieferketten – die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zuletzt deutlich verschärft. Prognosen zu Wachstum und Inflation sind unsicherer geworden. Die Regierung betont deshalb Stabilität und Planungssicherheit als übergeordnete Ziele.
Details kommen erst am 10. Juni
Das Budget ist noch nicht vollständig ausgearbeitet. Wie heute.at berichtete, werden in den kommenden Wochen die Details mit den einzelnen Ministerien konkretisiert. Das vollständige Zahlenwerk präsentiert Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) am 10. Juni 2026 im Rahmen der Budgetrede im Nationalrat. Bis dahin bleibt die Stoßrichtung klar – die offene Frage ist, wer am Ende tatsächlich profitiert.
Credits: APA
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