Brutale Straßenbahn-Attacke in Linz: Täter zu acht Monaten bedingter Haft verurteilt

Brutale Straßenbahn-Attacke in Linz: Täter zu acht Monaten bedingter Haft verurteilt

Linz – Ein Vorfall, der die Stadt Linz erschütterte: Im März 2025 wurden zwei junge Frauen in einer Straßenbahn von einem 42-jährigen Mann brutal attackiert. Nun wurde der Täter am Landesgericht Linz zu acht Monaten bedingter Haft verurteilt. Zusätzlich muss er den Opfern Schmerzensgeld zahlen.

Der Angriff und seine Folgen

Die beiden Schwestern, 22 und 27 Jahre alt, waren nach einem Abend in der Linzer Innenstadt auf dem Heimweg, als der Täter sie zunächst verbal beleidigte und schließlich körperlich angriff. Die ältere Schwester erlitt einen Nasenbeinbruch, während die jüngere eine Quetschung der Speiseröhre davontrug. Beide Frauen leiden bis heute unter den psychischen und physischen Folgen des Angriffs. „Der Vorfall begleitet mich tagtäglich“, erklärte die 27-Jährige vor Gericht.

Täter ohne Erinnerung

Der 42-jährige Linzer gab an, sich aufgrund eines „Blackouts“ nicht an die Tat erinnern zu können. Er vermutete, dass ihm möglicherweise etwas in sein Getränk gemischt wurde. Auf den Überwachungsvideos der Straßenbahn erkannte er sich jedoch wieder und legte ein Geständnis ab. „Es tut mir furchtbar leid“, sagte er in seinen Abschlussworten.

Urteil und Konsequenzen

Das Gericht verurteilte den bisher unbescholtenen Mann zu acht Monaten bedingter Haft. Strafmildernd wirkten sein Geständnis, die bereits geleisteten Schadenszahlungen sowie der Beginn einer Psychotherapie. Die Opfer erhielten Schmerzensgeld in Höhe von insgesamt 5.000 Euro.

Kritik an der Videoüberwachung

Der Fall sorgte auch für Diskussionen über die Qualität der Videoüberwachung in Linzer Straßenbahnen. Anfangs hatte die Staatsanwaltschaft die Veröffentlichung der Überwachungsbilder abgelehnt, da diese als „zu schlecht“ eingestuft wurden. Erst nach öffentlichem Druck wurden die Bilder nachbearbeitet und veröffentlicht, was schließlich zur Identifizierung des Täters führte. Die Linz AG hat mittlerweile begonnen, die Videoüberwachung in ihren Straßenbahnen zu modernisieren.

Stimmen aus der Politik

Frauenstadträtin Eva Schobesberger (Grüne) betonte die Bedeutung des Urteils: „Gewalt gegen Frauen muss Konsequenzen haben.“ Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ) forderte eine weitere Verbesserung der Videoüberwachung in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Quellen: oe24.at, meinbezirk.at
Credits: APA

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