Die EU bereitet in einer beispiellosen Aktion die Rückkehr von Millionen ukrainischer Flüchtlinge in ihre Heimat vor. Während der brutale Angriffskrieg Russlands weiter wütet, werden bereits jetzt die Weichen für die Zeit danach gestellt – mit einem verlockenden Paket aus finanziellen Anreizen, Erkundungsreisen und speziellen Beratungszentren. Laut einer offiziellen Pressemitteilung des Rates der Europäischen Union vom 16. September 2025 soll der neue Plan den 4,3 Millionen Ukrainern, die in der EU Schutz gefunden haben, eine konkrete Perspektive geben (Rats-Pressemitteilung).
Mit Geld und guten Worten zurück in die Heimat
Der Kern des Plans, den die EU-Innenminister in Brüssel beschlossen haben, klingt so simpel wie effektiv: Wer freiwillig in die Ukraine zurückkehren will, soll dabei massiv unterstützt werden. Wie der Rat der Europäischen Union offiziell mitteilt, werden zeitlich befristete Rückkehrprogramme mit finanziellen Anreizen geschaffen. Das bedeutet konkret: Wer sich für die Rückkehr entscheidet, bekommt nicht nur Geld, sondern behält laut EU-Ratsmitteilung bis zur Abreise auch alle Rechte wie Wohnung, medizinische Versorgung oder Schulplätze für die Kinder.
Gleichzeitig wird es Ukrainern erleichtert, die Lage in ihrer Heimat selbst in Augenschein zu nehmen. Geplant sind sogenannte Erkundungsbesuche, bei denen Flüchtlinge in die Ukraine reisen können, ohne Angst haben zu müssen, ihren Schutzstatus in der EU zu verlieren. Auch das wird durch die Empfehlungen aus Brüssel ausdrücklich geregelt, wie aus der Ratsmitteilung hervorgeht. Ziel ist es, für alle EU-Länder einheitliche Regeln zu schaffen, wie unter anderem der belgische Rundfunk BRF bestätigt (BRF berichtet).
„Unity Hubs“: Die neuen Super-Ämter für Ukrainer
Damit bei diesem Mammut-Projekt niemand den Überblick verliert, plant die EU die Einrichtung sogenannter „Unity Hubs“. Diese Informationszentren sollen als zentrale Anlaufstellen für alle Fragen rund um die Rückkehr dienen. Wie in der Pressemitteilung des Rates der Europäischen Union betont wird, sollen Ukrainer dort Hilfe bei Dokumenten, Job-Beratung für den Neustart in der Heimat und alle wichtigen Informationen zu den Rückkehrprogrammen erhalten. Brüssel stellt sogar in Aussicht, diese Zentren finanziell zu fördern.
Bleiben oder Gehen? Die EU lässt die Wahl
Trotz aller Rückkehrpläne macht die EU aber auch klar: Niemand wird zur Ausreise gezwungen. „Die Solidarität der EU mit dem ukrainischen Volk ist nach wie vor unerschütterlich. Gleichzeitig ist es vernünftig, sich auf den Tag vorzubereiten, an dem die Umstände es den Ukrainerinnen und Ukrainern ermöglichen, nach Hause zurückzukehren“, sagt Kaare Dybvad Bek, dänischer Minister für Einwanderung und Integration, wörtlich in der offiziellen EU-Pressemitteilung. Für diejenigen, die sich bereits ein neues Leben aufgebaut haben, sieht der EU-Plan ebenfalls eine klare Perspektive: Die Mitgliedstaaten werden aufgefordert, längerfristige Aufenthaltstitel anzubieten, wenn Ukrainer in Arbeit oder Ausbildung sind oder familiäre Gründe für einen Verbleib sprechen. So soll rechtzeitig Planungssicherheit für alle geschaffen werden – egal, ob der Weg zurück in die Ukraine oder in eine Zukunft innerhalb der EU führt.
Quellen:
Aussage von Kaare Dybvad Bek im offiziellen Ratstext
Pressemitteilung des Rates der Europäischen Union, 16.09.2025
BRF – EU steht Rückkehrprogramm für Ukraine-Flüchtlinge
Credits: APA
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