Bruck an der Mur: Pläne für Moschee und Kulturzentrum sorgen für Debatte

Bruck an der Mur: Pläne für Moschee und Kulturzentrum sorgen für Debatte

Noch ist das Grundstück nicht gekauft, noch gibt es keinen Bauantrag. Trotzdem wird in Bruck an der Mur bereits heftig diskutiert. Die Islamische Gemeinschaft der Bosniaken in Österreich sammelt Spenden für ein neues Kulturzentrum mit Moschee in der obersteirischen Stadt. Die FPÖ kündigt Widerstand an, die Stadt erfuhr von den Ausmaßen nach eigenen Angaben über Facebook.

Ein Areal nahe der LKH-Kreuzung

Es geht um ein Grundstück in der Schleppbahngasse nahe der Kreuzung beim Landeskrankenhaus, wie “Heute” unter Berufung auf die “Kronen Zeitung” berichtet. Laut Grundbuch gehört es derzeit noch einer Unternehmerfamilie, deren Firmengruppe insolvent ist. Ob das Areal tatsächlich an den Verein verkauft wird, ist offen.

“Ort für Gebet und Unterricht”

Der Verein wirbt in sozialen Medien um finanzielle Unterstützung. Das geplante Gebäude soll laut Spendenaufruf ein “Ort für Gebet, Unterricht für Kinder und Jugendliche sowie kulturelle Aktivitäten” werden. Wie groß es werden soll, wie viel es kostet und wann gebaut werden könnte, geht aus den bisher bekannten Informationen nicht hervor. Eine Stellungnahme des Vereins zu den Plänen und zur Kritik enthält der Bericht nicht.

Die Stadt erfuhr es aus dem Netz

Im Brucker Rathaus verfolgt man die Entwicklung laut “Krone” aufmerksam. Vertreter des Vereins sollen bereits im Frühsommer bei der Stadt vorgesprochen haben, damals sei von einem “Kulturzentrum” die Rede gewesen. Konkrete Angaben zu Bau oder Zeitplan habe es nicht gegeben, zuerst müsse die Finanzierung gesichert werden. Dass dort eine größere Moschee in der Form einer Brücke entstehen könnte, habe die Stadt erst durch einen Facebook-Beitrag erfahren.

FPÖ: “Mit allen juristischen und politischen Möglichkeiten”

Politischer Widerstand kommt vor allem von der FPÖ. Bei einem Bürgerstammtisch am Donnerstag sei intensiv über die Pläne diskutiert worden, sagte Landtagsabgeordneter Philipp Könighofer der “Steirerkrone”: “Verunsicherung und Irritation in der Bevölkerung sind groß, es tauchen sehr viele Fragen auf.” Die FPÖ werde dem Vorhaben “mit allen juristischen und politischen Möglichkeiten” entgegentreten. Bruck an der Murs FPÖ-Vizebürgermeister Raphael Pensl kritisiert vor allem die Dimension: “Ein Gebäude dieser Dimension würde das historisch gewachsene Stadt- und Landschaftsbild verändern!”

Was rechtlich möglich ist

Wie weit der angekündigte Widerstand reichen kann, ist begrenzt. Die Religionsfreiheit ist in Österreich verfassungsrechtlich geschützt, ein Verbot von Moscheen an sich ist nicht möglich. Ob und wie gebaut werden darf, entscheidet sich nach Bau- und Raumordnungsrecht, also etwa nach Widmung, Größe und Einfügung ins Ortsbild. Einige Bundesländer, darunter Kärnten und Vorarlberg, haben ihre Baugesetze in der Vergangenheit so gestaltet, dass Bauten wie Minarette schwerer genehmigt werden können. Für Bruck stellt sich diese Frage vorerst aber gar nicht: Ohne Grundstück, Finanzierung und Bauantrag gibt es noch kein Projekt, über das entschieden werden könnte.

Credits: Freizeitinfo

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