Umfrage: Mehrheit unzufrieden mit der Regierung – aber leicht weniger als zuletzt

Umfrage: Mehrheit unzufrieden mit der Regierung – aber leicht weniger als zuletzt

Gerade einmal fünf Prozent der Österreicher geben der Regierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS die Note “sehr gut”. Mehr als die Hälfte ist unzufrieden, vier von zehn sogar sehr. Das zeigt die jüngste Lazarsfeld-Umfrage für oe24. Ein Detail fällt dabei unter den Tisch: Im Vergleich zur Vorwoche hat sich die Stimmung leicht verbessert.

Die Zahlen

Für die Umfrage wurden laut oe24 vom 19. bis 20. Oktober 1.000 Personen befragt. 54 Prozent bewerten die Arbeit der Regierung negativ: 40 Prozent mit “sehr schlecht”, 14 Prozent mit “schlecht”. Zufrieden sind 20 Prozent, davon 5 Prozent mit “sehr gut” und 15 Prozent mit “gut”. Der Rest liegt dazwischen oder machte keine Angabe.

Besser als vor einer Woche

oe24 spricht von “neuen Höchstständen” bei der Unzufriedenheit. Ein Vergleich mit der vorigen Lazarsfeld-Erhebung zeigt allerdings das Gegenteil. Am 12. und 13. Oktober hatten noch 58 Prozent die Regierungsarbeit negativ bewertet, 43 Prozent sogar mit “sehr schlecht”. Zufrieden waren damals 19 Prozent. Die Unzufriedenheit ist also um vier Prozentpunkte gesunken, die Zufriedenheit um einen Punkt gestiegen. Bei 1.000 Befragten liegen solche Veränderungen allerdings im Bereich der statistischen Schwankungsbreite. Seriös lässt sich nur sagen: Die Stimmung ist schlecht, aber nicht schlechter geworden.

Wähler der Koalition halten zur Regierung

Wie schon zuletzt zeigt sich eine klare Spaltung nach Parteien. 91 Prozent der FPÖ-Wähler lehnen die Arbeit der Regierung ab, die Anhänger der Koalitionsparteien sind dagegen überwiegend positiv gestimmt, ÖVP-Wähler etwa zu 44 Prozent. Bemerkenswert: Exakt diese beiden Werte wurden auch in der Erhebung der Vorwoche genannt. Ob sie neu erhoben wurden oder aus der früheren Welle stammen, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Was die Stimmung prägt

oe24 führt die Unzufriedenheit vor allem auf die Turbulenzen in der SPÖ rund um den schrittweisen Rückzug von Parteichef Andreas Babler zurück. Belegt ist dieser Zusammenhang durch die Umfrage nicht, nach Gründen wurde laut Bericht nicht gefragt. In die Befragungszeit fielen auch der Regierungsgipfel mit Einigungen beim Uni-Budget und beim Zukunftsdepot sowie die Debatte um die Sozialhilfe. Der Druck auf die Koalition bleibt jedenfalls hoch: In der Vorwoche hatte sich in einer Lazarsfeld-Umfrage erstmals eine Mehrheit von 52 Prozent für Neuwahlen ausgesprochen.

Credits: Florian Schrötter, BKA

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