Brisanter Vorwurf: SPÖ-Stiftungsratschef Lederer als bezahlter ÖSV-Berater?

Brisanter Vorwurf: SPÖ-Stiftungsratschef Lederer als bezahlter ÖSV-Berater?

Neue Vorwürfe erschüttern den ORF. Ausgerechnet der Vorsitzende des obersten Kontrollgremiums soll gleichzeitig für den Österreichischen Skiverband tätig gewesen sein – während der ORF mit dem ÖSV millionenschwere Rechtedeals abschließt.


Der Vorwurf: Lederer als ÖSV-Berater

Es ist ein brisanter Interessenkonflikt, der jetzt publik wird. Heinz Lederer, SPÖ-naher Vorsitzender des ORF-Stiftungsrats, soll nebenher für den Österreichischen Skiverband (ÖSV) als Berater tätig gewesen sein. Wie der exxpress berichtet, erhebt FPÖ-Stiftungsrat Peter Westenthaler die Vorwürfe öffentlich und zeigt sich fassungslos: „Es kann nicht sein, dass ein Stiftungsrat – noch dazu der Vorsitzende – dafür bezahlt wird, den Österreichischen Skiverband zu beraten.“

Millionengeschäfte zwischen ORF und ÖSV

Die Brisanz der Konstellation ergibt sich aus dem Geschäftsverhältnis der beiden Institutionen. Wie horizont.at berichtet, verlängerte der ORF erst im Jänner 2026 den exklusiven Rechtevertrag mit dem ÖSV bis 2032. Der ÖSV bestätigt auf seiner offiziellen Website, dass das Paket die exklusiven TV-, Radio- und Onlineübertragungen sämtlicher Weltcupveranstaltungen im Lizenzgebiet Österreich umfasst – Ski Alpin, Skispringen, Nordische Kombination, Langlauf, Snowboard und Freestyle. Rennen wie Kitzbühel oder Schladming zählen dabei regelmäßig zu den absoluten Quotenhits des Senders.

Westenthaler bringt das Problem auf den Punkt: „Während er vom Österreichischen Skiverband bezahlt wird, kauft der ORF gleichzeitig Rechte dieses Verbandes um Millionen. Das ist unvereinbar.“

Was die Geschäftsordnung sagt

Der ORF-Stiftungsrat ist das oberste Kontrollgremium des Senders – vergleichbar mit einem Aufsichtsrat in einem Privatunternehmen. Die Geschäftsordnung ist in solchen Fragen unmissverständlich: Eigene Interessen dürfen nicht den Interessen des ORF widersprechen, Interessenkonflikte müssen offengelegt werden, und bei persönlicher Interessenkollision ist die Stimme zu enthalten (§ 14 der Geschäftsordnung). Eine externe Beratungstätigkeit ist zwar nicht per se verboten – die entscheidende Frage lautet: Wurde ein möglicher Interessenkonflikt gemeldet?

Strafrechtliche Prüfung angekündigt

Westenthaler lässt die Sache nicht auf sich beruhen. Er kündigte gegenüber dem exxpress an, die Angelegenheit rechtlich zu prüfen: „Wir werden sehr genau prüfen, ob es hier – es gilt natürlich die Unschuldsvermutung – möglicherweise auch strafrechtlich relevante Verdachtslagen gibt.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Westenthaler und Lederer aneinandergeraten. Wie journalistin.at berichtet, warf Westenthaler Lederer zuletzt beim Rücktritt von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann vor, den gesamten Stiftungsrat sechs Tage lang weder informiert noch eingebunden zu haben.

Keine Stellungnahme bis Redaktionsschluss

Der exxpress konfrontierte sowohl Lederer als auch den ÖSV mit konkreten Fragen: ob eine Beratungstätigkeit stattgefunden hat, in welchem Zeitraum, ob sie mit den laufenden Rechtegeschäften zusammenfiel und ob ein Interessenkonflikt formal gemeldet wurde. Bis Redaktionsschluss blieben beide Antworten aus.

Fest steht: Wie diemedien.at dokumentiert, ist Heinz Lederer seit Juni 2025 Vorsitzender des ORF-Stiftungsrats und von Berufs wegen Kommunikationsberater und Lobbyist – eine Doppelrolle, die in diesem Kontext naturgemäß Fragen aufwirft.


Quellen:

Credits: APA

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