René Benko sitzt seit mehr als sechs Monaten in U-Haft. Der Grund: der Verdacht des schweren Betrugs. Wie die Kronen Zeitung berichtet, soll der Signa-Gründer Anfang November 2023 seinem langjährigen Freund Hans Peter Haselsteiner und dessen Stiftung fünf Millionen Euro abgenommen haben – offiziell, um ein Tochterunternehmen der Signa zu retten. Wenige Wochen später folgte der große Knall: Die Signa-Gruppe ging in die Insolvenz.
Garantie mit bitterem Beigeschmack
Am 6. November 2023 übergab Benko Haselsteiner eine notariell beglaubigte persönliche Garantie. Laut Krone versprach er darin, im Fall des Scheiterns persönlich zu haften. Bei der Haftverhandlung wollte die Richterin wissen, wie ein Mann, der eigenen Angaben zufolge von Geldgeschenken seiner Mutter lebt, so eine Zusage machen kann – und ob Haselsteiner die finanzielle Lage überhaupt überblickte.
Gusenbauer im Visier
In seiner Aussage nahm Benko auch den ehemaligen Bundeskanzler Alfred Gusenbauer ins Visier. Wie die Kronen Zeitung schreibt, war Gusenbauer nicht nur Aufsichtsratschef der Signa Prime und Signa Development, sondern auch Vorsitzender der Haselsteiner-Stiftung. Benko erklärte: „Zu sagen, er hatte kein Wissen, das ist falsch.“ Sowohl Gusenbauer als auch Haselsteiner seien, so Benko, in zahlreiche Gespräche eingebunden gewesen – auch mit dem Sanierungsverwalter.
Richterin bleibt hart
Benko beklagte vor Gericht, dass er in der U-Haft nur eingeschränkt mit seinen Anwält:innen kommunizieren könne und keinen Zugriff auf wichtige Unterlagen habe. Die Richterin zeigte sich unbeeindruckt. Wie die Kronen Zeitung berichtet, begründet der Haftbeschluss die Fortdauer der U-Haft mit „hoher krimineller Energie“ und einem fehlenden Unrechtsbewusstsein. Besonders schwer wiege, dass Benko seine Rolle als faktischer Chef der Signa-Gruppe und deren Stiftungen jahrelang verschleiert habe.
Credits: APA
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