Beben in der SPÖ: „Fast alle gegen Babler“

Beben in der SPÖ: „Fast alle gegen Babler“

Die Stimmung in der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) ist offenbar am Tiefpunkt. Interne Quellen schlagen Alarm und deuten an, dass die Führung von Vizekanzler Andreas Babler am seidenen Faden hängt. Viele behaupten, die Frage sei nicht mehr, „wer mit Andreas Babler unzufrieden“ sei, sondern vielmehr, dass „fast alle gegen Babler“ sind. Der Tenor bei vielen Sozialdemokraten lautet: Der Parteivorsitzende sei schlicht „der falsche Mann für den Job“.

Angefacht wird diese weitverbreitete Unzufriedenheit durch miserable Umfragewerte, die die SPÖ aktuell bei nur rund 17 Prozent sehen. Dies hat parteiweit für eine „schlechte Grundstimmung“ gesorgt und wirft dringende Fragen über die zukünftige Ausrichtung auf.

Die Suche nach einer Alternative heizt sich auf

Obwohl die Unzufriedenheit greifbar ist, bleibt der Weg nach vorne unklar. Josef Kalina, ein SPÖ-Urgestein und ehemaliger Bundesgeschäftsführer, zeigte sich in einem Interview mit oe24.TV wenig überrascht über die Turbulenzen. Er räumte ein, dass schlechte Umfragewerte naturgemäß zu einer angespannten Atmosphäre führen, erklärte aber gleichzeitig, dass er im Moment keine konkrete „Alternative“ sehe.

Andere Strömungen innerhalb der Partei bringen jedoch aktiv potenzielle Nachfolger ins Spiel. In der politischen Gerüchteküche machen mehrere Namen die Runde:

  • Sven Hergovich: Der Vorsitzende der SPÖ Niederösterreich wird von einigen als Ersatz gehandelt. Sein Verhältnis zu Babler gilt als angespannt, da Babler zuvor seine Ernennung zum Infrastrukturminister verhindert hatte.
  • Josef Muchitsch: Der Gewerkschafter, der ursprünglich Hans Peter Doskozil für den Parteivorsitz unterstützte, wird erneut als möglicher neuer SPÖ-Chef genannt.
  • Eva-Maria Holzleitner: Die amtierende SPÖ-Ministerin ist ein weiterer Name, der kursiert, obwohl Quellen zufolge sie selbst keine Ambitionen auf den Spitzenposten hegt.
  • Christian Kern: Auch der Name des ehemaligen SPÖ-Kanzlers taucht wieder auf. Seine Anhänger glauben, er könne als „Vizekanzler dann punkten“ und die nötige Stabilität zurückbringen.

Putsch am Parteitag?

Angesichts derart großer interner Querelen entwickelt sich der nächste SPÖ-Parteitag im Jahr 2026 zu einem potenziell dramatischen Showdown. Doch wird es zu Bablers Sturz kommen? Nicht unbedingt, so die Einschätzung von Insidern.

Stimmen aus der Wiener Landespartei, Teilen der Gewerkschaft und dem SPÖ-Parlamentsklub mahnen zur Vorsicht. Wie oe24 eine parteiinterne Quelle zitiert: „Was wäre der Sinn jetzt einen Obmann-Wechsel zu starten. Ja, er ist schwach. Aber was soll ein neuer Chef/Chefin in der jetzigen Situation ändern?“ Die vorherrschende Sorge ist, dass ein Verlassen der Regierungskoalition und daraus resultierende Neuwahlen die Partei in den Umfragen vollends abstürzen lassen könnten.

Das wahrscheinlichste Szenario ist daher derzeit kein offener Sturz. Stattdessen wird erwartet, dass Babler beim Parteitag ein schlechtes Ergebnis einfahren wird – möglicherweise unter 80 Prozent der Stimmen. Das würde seine Position empfindlich schwächen und seine politische Zukunft ernsthaft infrage stellen.

Quelle: oe24.at
Credits: APA

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