Der SPÖ-Parteitag in der Wiener Messe ist gelaufen. Andreas Babler wurde als Parteivorsitzender wiedergewählt – aber das Ergebnis hinterlässt einen Kratzer.
Weniger als 2023 – die Zahl spricht Bände
Beim 47. ordentlichen Bundesparteitag der SPÖ in der Messe Wien stellte sich Vizekanzler Andreas Babler der Wiederwahl als Parteivorsitzender. oe24.at Das Ergebnis: 81,5 Prozent der Delegiertenstimmen bei einer Wahlbeteiligung von 98,5 Prozent. Zum Vergleich: 2023 hatte Babler beim Parteitag in Graz 88,8 Prozent erzielt. ORF Der Rückgang von mehr als sieben Prozentpunkten ist intern kaum wegzureden.
Als inoffizielle Untergrenze galt parteiintern das historisch schlechteste Ergebnis bei einer SPÖ-Chef-Wahl: die 75,3 Prozent, die Pamela Rendi-Wagner 2021 unter schwerem innerparteilichem Beschuss einfuhr. Heute.at Babler liegt darüber – aber der Abstand ist kleiner geworden.
Kein Gegner, trotzdem Streichkonzert
Im Vorfeld hatten Babler-kritische Länderorganisationen versucht, Altkanzler Christian Kern zu einer Gegenkandidatur zu bewegen. Nach dessen Verzicht galt das gesamte Interesse dem Abschneiden des Vorsitzenden. exxpress.at Dass trotz fehlender Konkurrenz fast ein Fünftel der Delegierten nicht für Babler stimmte, ist ein deutliches Signal.
Mehrere rote Bundesländer hatten die Wahl des Obmanns „komplett freigegeben“, statt wie einst gegen Rendi-Wagner Streichungen zu organisieren oe24.at – und dennoch blieb das Ergebnis mager.
Selbstkritik und große Töne
In seiner Rede zog Babler alle Register. Er gestand eigene Fehler ein und lud alle ein, „die Fehler, die wir kollektiv gemacht haben“, nicht zu wiederholen. Nachdenklich mache ihn, dass die Partei in Umfragen nicht dort sei, „wo wir gerne wären“ – das liege „auch an uns selbst“. PULS 24
Inhaltlich setzte er auf bewährte Themen: Babler bekräftigte die Forderung nach einer Millionärssteuer und erklärte, die SPÖ werde Gesetzeslücken und Steuerschlupflöcher schließen – das solle in drei Jahren 1,4 Milliarden Euro bringen. SPÖ In der Migrationspolitik kündigte er eine Offensive an: „Wir nehmen ihnen das Thema weg“, sagte er in Richtung FPÖ. oe24.at
Die Umfragen bleiben das eigentliche Problem
Hinter den Kulissen bleibt die Lage ernst. Wie oe24 auf Basis einer Lazarsfeld-Erhebung berichtete, stürzte die SPÖ kurz vor dem Parteitag auf 16 Prozent ab – den schlechtesten Umfragewert der Partei aller Zeiten, mehr als fünf Prozentpunkte unter dem Nationalratswahlergebnis 2024. oe24.at Und in der Kanzlerfrage, stagniert Babler bei 7 Prozent – überholt von Koalitionspartnern und Oppositionspolitikerinnen gleichermaßen. oe24.at
Ein Parteitag kann die Reihen schließen. Die Wähler draußen überzeugt er nicht von selbst.
Quellen: oe24.at, ORF.at, puls24.at, exxpress.at, trend.at, spoe.at
Credits: APA
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