Bablers Ministerbüro teurer als jenes des Kanzlers

Bablers Ministerbüro teurer als jenes des Kanzlers

Während die Bundesregierung der Bevölkerung ein Sparpaket nach dem anderen zumutet, zeigt eine parlamentarische Anfrage. Der eigene Verwaltungsapparat wächst munter weiter. Besonders auffällig dabei: Ausgerechnet das Büro von Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) verursacht die höchsten monatlichen Kosten aller Ministerien – noch vor jenem des Bundeskanzlers.

404 Mitarbeiter, 3,65 Millionen Euro im Monat

Insgesamt 404 persönliche Mitarbeiter – darunter Kabinettsmitarbeiter, Sekretariatskräfte und Chauffeure – stehen hinter den 21 Mitgliedern der Dreierkoalition, wie Heute.at berichtet. Damit erreicht die Regierung einen neuen Höchststand. Rund 3,65 Millionen Euro kostet das Personal der Regierungsbüros monatlich, auf ein Jahr hochgerechnet ergibt das rund 44 Millionen Euro – die Gehälter der Regierungsmitglieder selbst sind darin noch nicht eingerechnet. Die Zahlen beziehen sich auf das zweite Quartal 2026 und wurden über eine parlamentarische Anfrage der grünen Abgeordneten Alma Zadić bei den einzelnen Ministerien abgefragt.

Bablers Büro: 429.932 Euro pro Monat

Für Bablers Ministerbüro fallen monatlich 275.525,91 Euro an. Dazu kommen weitere 154.406,17 Euro für das Büro seiner Staatssekretärin Michaela Schmidt. In Summe ergibt das 429.932,08 Euro – jeden Monat. Gegenüber dem ersten Quartal sind die Kosten damit sogar noch einmal um 14.908,05 Euro gestiegen. Auch beim Personal zeigt sich die Größe des Apparats: In Bablers Ministerbüro arbeiten 26 Personen, 19 Kabinettsmitarbeiter und sieben Hilfskräfte. Im Büro von Staatssekretärin Schmidt sind weitere 16 Personen beschäftigt. Insgesamt kommt das Ressort damit auf 42 Mitarbeiter.

Teurer als der Kanzler selbst

Damit liegt Babler sogar über dem Bundeskanzler: Für das Büro von ÖVP-Kanzler Christian Stocker samt dem Kabinett von Staatssekretär Alexander Pröll wurden im zweiten Quartal monatliche Kosten von 411.844 Euro ausgewiesen – Bablers Büroapparat ist damit um rund 18.000 Euro pro Monat teurer als jener des Kanzlers. Beim Personal kommt Stocker samt Pröll auf insgesamt 47 Beschäftigte, diese Zahl blieb gegenüber dem ersten Quartal unverändert.

Meinl-Reisinger auf Platz drei

Auf Platz drei folgt Außenministerin und NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger. In ihrem Kabinett waren Ende Juni 26 Personen beschäftigt – 18 Kabinettsreferenten und acht Hilfskräfte – zu Kosten von 222.126,98 Euro pro Monat. Dazu kommen sieben Mitarbeiter im Büro von Entbürokratisierungs-Staatssekretär Sepp Schellhorn, wofür weitere 100.322,76 Euro monatlich anfallen. Der gesamte Mitarbeiterstab in Meinl-Reisingers Ressort wurde gegenüber dem Vorquartal um eine Person erweitert.

Die schlankesten Kabinette

Es geht allerdings auch deutlich kleiner: Das aktuell schlankste Kabinett führt Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) mit 13 Personen – zehn Referenten und drei Hilfskräfte. Auch Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) kommt mit vergleichsweise wenig Personal aus, ihr Kabinett umfasst 14 Beschäftigte.

Ein Kontrast zwischen Sparappellen und eigenem Wachstum

Die Zahlen zeigen damit ein deutliches Bild: Während die Bundesregierung der Bevölkerung Einsparungen abverlangt, wächst ihr eigener Verwaltungsapparat weiter – und ausgerechnet der Mitarbeiterstab des Vizekanzlers verursacht dabei die höchsten monatlichen Kosten aller Ressorts.

Credits: Parlamentsdirektion/​Katie-Aileen Dempsey

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