Der Wiener Rathausplatz als Bühne, Tausende Rote im Publikum — und SPÖ-Chef Andreas Babler in Kampflaune. Beim diesjährigen Maiaufmarsch ließ er kein gutes Haar an FPÖ-Chef Herbert Kickl und verteidigte gleichzeitig das umstrittene Sparbudget.
Kickl als „heimischer Konnex zur Achse des Chaos“
Traditionell marschierten die Wiener Bezirksorganisationen am Donnerstag zum Rathausplatz — Tausende Menschen mit Transparenten und Fahnen. Nach Wiens Bürgermeister Michael Ludwig bestieg auch Vizekanzler und Bundesparteichef Andreas Babler die Bühne. Seine Rede war, wie nachrichten.at berichtet, durchaus kämpferisch und teilweise laut.
Den schärfsten Teil reservierte Babler für die FPÖ. Kickl und seine Leute seien die größten Bewunderer von US-Präsident Donald Trump und stünden auf der Seite der Autokraten, so Babler laut oe24 und trend.at. Die Konsequenz daraus sei klar: Wenn im Herbst die Lebensmittelpreise steigen, weil kein Dünger mehr durch die Straße von Hormuz komme, solle sich Kickl hinstellen und das erklären — ebenso wie die steigenden Spritpreise. Bablers Kernbotschaft, die unter großem Applaus über den Platz schallte: „Wir brauchen keinen Trump auf Österreichisch.“
Patriotisch sei nicht, wer am lautesten „Österreich!“ schreie, legte er laut meinbezirk.at nach, „sondern wer jeden Tag hart arbeitet, dass es endlich besser geht.“
Budget-Verteidigung mit offenem Eingeständnis
Auch das umstrittene Doppelbudget thematisierte Babler direkt. Es sei ein „Rekordbudgetdesaster“ gewesen, das die SPÖ übernommen habe, räumte er laut nachrichten.at ein. Man habe hart gerungen und mache es sich nicht leicht — es sei aber gelungen, jene zur Kasse zu bitten, „die sich immer gedruckt haben“: Immobilieneigentümer mit großen Gewinnen, Banken und Konzerne. Nicht alle Maßnahmen seien zwingend sozialdemokratisch, gestand Babler laut oe24 ein, verwies aber auf erkämpfte Verhandlungserfolge. Ein besonderes Lob richtete er an Finanzminister Markus Marterbauer, der einen der „schwierigsten Jobs“ habe.
Ludwig: „Mit so einer FPÖ werden wir nie koalieren“
Auch Wiens Bürgermeister Ludwig, der laut nachrichten.at Babler ausdrücklich seine Unterstützung zusicherte — „Lieber Andi, du kannst dir der Unterstützung der Wiener Sozialdemokratie sicher sein“ — legte sich gegenüber der FPÖ klar fest. Kickl habe politische Mitbewerber als „Hirntote“ und „Mumien“ bezeichnet und wolle Sozialpartnerschaft, freie Medien und unabhängige Justiz abschaffen, so Ludwig laut oe24. Sein Urteil fiel unmissverständlich aus: „Mit so einer FPÖ werden wir nie eine Koalition machen.“
Credits: APA
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