Babler unter Druck: Gerüchte brodeln, Umfragewerte im Keller – doch auf SPÖeins-TV alles eitle Wonne

Babler unter Druck: Gerüchte brodeln, Umfragewerte im Keller – doch auf SPÖeins-TV alles eitle Wonne

Während SPÖ-Chef und Vizekanzler Andreas Babler Zuversicht demonstriert, wackelt der politische Boden unter seinen Füßen gewaltig. Trotz Durchhalteparolen zeichnen hartnäckige Gerüchte über seine Ablöse, katastrophale Umfragewerte und parteiinterne Grabenkämpfe ein düsteres Bild. Babler gibt sich kämpferisch – doch wie lange kann er sich noch halten?

„Gewisse Medien spielen Gerüchte hoch“

In einem aktuellen Interview, wie Der Standard berichtet, wischt Andreas Babler die immer lauter werdende Führungsdebatte als mediale Aufregung vom Tisch. „Gerüchte werden von bestimmten Medien sehr hoch gespielt“, kontert er und beteuert, er fühle sich in seiner Position „absolut sicher“. Seine Hoffnung: Wenn die Wirtschaft erst wieder wächst, klettern auch die Umfragewerte. Doch dieser Optimismus prallt hart auf die Realität der aktuellen Zahlen.

Laut einer Kurier-OGM-Umfrage ist die SPÖ auf einen historischen Tiefstand von 17 Prozent abgestürzt und liegt damit weit abgeschlagen hinter der FPÖ, die mit dominanten 36 Prozent das Feld anführt. Die ÖVP unter Kanzler Christian Stocker rangiert bei 20 Prozent. Diese verheerenden Werte sind der Zündstoff für Spekulationen, Babler könnte beim Parteitag im Frühjahr abgelöst werden.

Heile Welt auf „SPÖeins“-TV

Während in den Zeitungen die Krisenstimmung herrscht, bastelt sich Babler seine eigene Medienrealität. Wie Heute berichtet, gab er kürzlich ein „Exklusiv-Interview“ auf dem parteieigenen YouTube-Kanal „SPÖeins“. In festlich dekorierter Kulisse sprach Babler von einem „persönlich sehr turbulenten Jahr“ und betonte trotzig, es sei „gut, dass die SPÖ in der Regierung ist“.

Kritiker monieren, dass sich Babler auf seinem Haussender unangenehmen Fragen nicht stellen muss – etwa zu seinen hohen Ausgaben, wie einem USA-Trip für knapp 14.000 Euro, oder seinen schlechten Persönlichkeitswerten. Stattdessen dreht sich das Gespräch um Weihnachtspläne und das Spielen von „Stille Nacht“ auf der Ziehharmonika. Dieser inszenierte Auftritt wirkt für viele Beobachter wie der Versuch, eine heile Blase zu erschaffen, fernab vom politischen Sturm draußen.

Lauert Ex-Kanzler Kern im Hintergrund?

Die tristen Umfragen befeuern zwangsläufig die Spekulationen um ein Comeback ehemaliger Parteigrößen. Der Name, der am häufigsten fällt: Ex-Kanzler Christian Kern. In einem Auftritt bei ServusTV versuchte Kern jedoch, den Gerüchten den Wind aus den Segeln zu nehmen. Wie der Kurier festhielt, schloss er eine „Kandidatur als SPÖ-Chef“ explizit aus. Kern verglich die immer wiederkehrenden Gerüchte mit dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“: Egal was er sage, man glaube ihm ohnehin das Gegenteil.

Trotz Dementi berichtet das Magazin trend, dass acht von neun Landesparteien noch vor dem Parteitag im März die Weichen für einen Wechsel stellen wollen. Kern sei dabei der Ersatzmann, „auf den sich alle einigen können“. Ein namentlich nicht genannter SPÖ-Spitzenfunktionär wird mit drastischen Worten zitiert: „Das ist nicht mehr eine Frage von Gewinnen oder Verlieren. Inzwischen ist es eine Frage des Überlebens, eine Frage von Leben und Tod.“

Für Andreas Babler ist es der Kampf um das politische Überleben. Er versucht, Zuversicht auszustrahlen und verweist auf die Regierungsarbeit, verspricht, dass Maßnahmen gegen die Teuerung 2026 greifen werden. Doch mit bröckelnden Umfragewerten und gärender Unzufriedenheit in den eigenen Reihen steigt der Druck täglich. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sein Kampfgeist reicht, um das Ruder herumzureißen – oder ob seine Zeit an der Spitze bereits abgelaufen ist.

Credits: APA

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