Andreas Babler bleibt SPÖ-Chef, doch die FPÖ lässt kein gutes Haar an ihm. Mit nur 81,51 Prozent Zustimmung beim Parteitag in Wien sieht sich der Vizekanzler harscher Kritik ausgesetzt.
Ein Ergebnis, das Fragen aufwirft
Am Samstag wurde Andreas Babler beim SPÖ-Parteitag in der Wiener Messehalle mit 81,51 Prozent der Delegiertenstimmen als Parteivorsitzender bestätigt. Ein Ergebnis, das zwar über der gefürchteten „Rendi-Marke“ von 75 Prozent liegt, aber deutlich hinter den 88,8 Prozent seines letzten Wahlantritts zurückbleibt. Babler selbst zeigte sich dennoch kämpferisch: „Ein starkes Zeichen! Wir fokussieren uns ab morgen darauf, weiter gegen die Teuerung und für eine gute Gesundheitsversorgung zu kämpfen“, erklärte er laut der SPÖ-Website.
FPÖ: „Gedemütigt im eigenen Amt“
Die FPÖ nutzte das Ergebnis, um scharfe Kritik zu üben. Generalsekretär Michael Schnedlitz bezeichnete Babler als „in seinem Amt gedemütigt“. Er argumentierte, dass der Rückhalt innerhalb der SPÖ schwindet und Babler nicht nur in Umfragen, sondern auch parteiintern an Zustimmung verliere. „Eigentlich ein Grund für einen Rücktritt trotz Wiederwahl“, so Schnedlitz laut oe24.at.
Bablers Rundumschlag gegen die FPÖ
In seiner Rede sparte Babler nicht mit Angriffen auf die FPÖ und deren Chef Herbert Kickl. Er warf der Partei vor, keine Lösungen für die Probleme des Landes zu haben und stattdessen auf Spaltung zu setzen. Besonders provokant: Bablers Ankündigung, der FPÖ das Thema Migration „wegzunehmen“. „Wir ordnen statt zu spalten“, betonte er laut ORF.at.
Ein Parteitag zwischen Applaus und Kritik
Während Babler in seiner Rede die sozialdemokratische Handschrift der Regierung hervorhob, gab es auch kritische Stimmen innerhalb der SPÖ. Die Wahlbeteiligung lag bei 98,5 Prozent, doch Babler war der einzige Kandidat, der unter 90 Prozent Zustimmung blieb. Besonders stark schnitten hingegen andere Parteimitglieder wie der Tiroler Landesvorsitzende Philip Wohlgemuth mit 98,8 Prozent ab.
FPÖ sieht „peinliche Show“
Die FPÖ ließ auch Bablers Rede nicht unkommentiert. Schnedlitz sprach von einer „peinlichen Show-Veranstaltung“ und warf der SPÖ vor, von internen Problemen ablenken zu wollen. Auch Bablers Forderung nach Vermögenssteuern stieß auf Ablehnung. „Sozialistische Umverteilungsfantasien“, nannte es Schnedlitz laut Krone.at.
Ein gespaltenes Bild
Der SPÖ-Parteitag hinterlässt ein gemischtes Bild. Während Babler sich als Kämpfer für soziale Gerechtigkeit inszeniert, bleibt die Kritik an seiner Person und seiner Politik laut. Die FPÖ nutzt die Gelegenheit, um den SPÖ-Chef weiter unter Druck zu setzen. Ob Babler die Geschlossenheit seiner Partei wiederherstellen kann, bleibt abzuwarten.
Quellen: oe24.at, ORF.at, SPÖ.at, Krone.at
Credits: APA
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