Mitten in heiklen Pensionsverhandlungen in Österreich jettet Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) nach New York und löst damit einen regelrechten Shitstorm aus. Während sich der Politiker mit seinem Social-Media-Team in der Weltmetropole in Szene setzt, kochen in der Heimat die Emotionen hoch. Die Kritik reicht von Unverständnis bis zu offener Wut.
Aufregung im Netz: „Und wir Steuerzahler dürfen alles bezahlen“
Kaum waren die ersten Hochglanzfotos aus dem Big Apple auf Bablers Social-Media-Kanälen online, hagelte es auch schon Kritik. Wie oe24.at berichtet, fragen sich viele Bürger, was der Zweck der Reise sei. „Was macht er dort? Urlaub oder dienstlich?“, will ein Nutzer wissen, während ein anderer wütend kommentiert: „Und wir Steuerzahler dürfen alles bezahlen“. Die Bilder zeigen einen lässig posierenden Vizekanzler, was bei vielen angesichts der ernsten innenpolitischen Lage für Kopfschütteln sorgt.
Offizieller Grund: Rückgabe eines Notenblatts
Babler selbst lieferte die Erklärung für seinen USA-Trip in einem Facebook-Video. Er sei nach New York gereist, um einer „wichtigen Verantwortung nachzukommen“. Konkret ging es um die Rückgabe von Notenblättern des Wiener Komponisten Walter Benedikt, die von den Nationalsozialisten geraubt worden waren. Die Übergabe an die Familie des Komponisten sollte im Rahmen einer Zeremonie im Austrian Cultural Forum stattfinden.
Opposition tobt: FPÖ fordert „volle Transparenz“
Für die politische Konkurrenz ist die Erklärung alles andere als ausreichend. Besonders die FPÖ reagiert empört. „Luxus-Auslandsreisen des SPÖ-Vizekanzlers auf Kosten der Steuerzahler müssen endlich ein Ende haben!“, zitiert oe24.at den FPÖ-Kultursprecher Wendelin Mölzer. Er kritisiert, dass sich Babler eine „mehrtägige Luxusreise“ gönne, während die Menschen in Österreich unter der Teuerung leiden.
Mölzer vermutet hinter der Reise ein teures Prestigeprogramm und verweist auf weitere geplante Termine wie Treffen an US-Universitäten und eine private Audienz beim Direktor des Metropolitan Museums. Die FPÖ hat daher eine parlamentarische Anfrage eingebracht, um die Gesamtkosten der Reise offenzulegen – inklusive Flüge, Unterkünfte, Diäten und der Größe der mitgereisten Delegation. Die Frage, wer das alles bezahlt, wird nun zum Fall für das Parlament.
Credits: APA
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