Babler ganz allein: SPÖ-Chef marschiert ohne echte Konkurrenz in den Parteitag

Babler ganz allein: SPÖ-Chef marschiert ohne echte Konkurrenz in den Parteitag

Es sollte der große Showdown um die rote Krone werden, doch jetzt steht Andreas Babler ganz allein im Rampenlicht. Wenn die SPÖ am 7. März 2026 zu ihrem Bundesparteitag zusammenkommt, gibt es für den Chefsessel nur einen offiziellen Namen auf dem Wahlzettel.

Kern zieht zurück, Nobodys ohne Chance

Die Gerüchteküche brodelte gewaltig. Wochenlang wurde spekuliert, ob Ex-Kanzler Christian Kern ein fulminantes Comeback wagt und Babler herausfordert. Doch daraus wird nichts. Wie der ORF berichtet, hat Kern bereits im Vorfeld seinen Verzicht erklärt. Damit bleibt Babler der einzige offizielle Kandidat.

Zwar haben sich laut ORF noch zwei weitgehend unbekannte Parteimitglieder ins Spiel gebracht – darunter der Burgenländer Berthold Felber –, doch ihre Namen stehen nicht einmal auf dem Stimmzettel. Wer sie wählen will, muss den Namen mühsam mit dem Stift eintragen. Ihre Chancen gehen gegen null. Babler kann sich also entspannt zurücklehnen, während die Partei versucht, unter dem Motto „Ordnen statt spalten“ Einigkeit zu demonstrieren.

Politische Schwergewichte flüchten aus den Gremien

Auch wenn der Chefsessel gesichert ist, brodelt es in der Partei gewaltig. Auffällig viele rote Schwergewichte kehren den wichtigen Parteigremien den Rücken. So verzichten gleich fünf Landesvorsitzende auf einen Platz im Präsidium oder Vorstand. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil machen sich schon länger rar. Nun reihen sich auch der niederösterreichische Landeschef Sven Hergovich, der Steirer Max Lercher und der Salzburger Peter Eder in die Liste der Abwesenden ein.

Das hat für die Landesfürsten einen klaren Vorteil: Sie können bei den Wahlen am Parteitag nicht von rivalisierenden Lagern abgestraft werden und dürfen als Landeschefs ohnehin an den wichtigen Sitzungen teilnehmen. Neu in den Bundesparteivorstand zieht hingegen laut Exxpress unter anderem Finanzminister Markus Marterbauer ein. Aus dem Burgenland rückt Klubobmann Roland Fürst ins Präsidium auf, der für seinen eher konfrontativen Stil bekannt ist.

Die magische Hürde und miese Umfragen

Babler mag zwar ohne echten Gegner antreten, aber er kämpft gegen seinen eigenen Schatten. Die magische Messlatte liegt bei 88,8 Prozent – genau dieses Ergebnis holte er beim Parteitag 2023 in Graz. Ob er das wieder schafft, ist fraglich.

Zudem plagen den Vorsitzenden alarmierende Umfragewerte. Wie Exxpress berichtet, steht nicht einmal jeder zweite SPÖ-Wähler wirklich hinter dem Parteichef. Die Genossen müssen am Parteitag also nicht nur ihren Chef wählen, sondern vor allem versuchen, das sinkende Vertrauen in den eigenen Reihen wieder aufzubauen.

Quelle: Exxpress, ORF, Kurier, MeinBezirk
Credits: APA

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