Außer Spesen nix gewesen: Meinl-Reisinger besuchte US-Außenminister Rubio

Außer Spesen nix gewesen: Meinl-Reisinger besuchte US-Außenminister Rubio

Außenministerin Beate Meinl-Reisinger ist am Donnerstag im Zuge ihres Arbeitsbesuchs in Washington mit ihrem US-Amtskollegen Marco Rubio zusammengetroffen. Die NEOS-Politikerin wurde im historisch anmutenden „Treaty Room“ des US-Außenministeriums empfangen.

Ziel des Besuchs: die bilateralen Beziehungen zwischen Österreich und den USA zu vertiefen sowie globale Konfliktthemen wie die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten zu erörtern. Konkrete Ergebnisse der Gespräche sind bis dato nicht bekannt. Bereits im Vorfeld hatte Meinl-Reisinger den transatlantischen Zollstreit als „Lose-Lose-Situation“ bezeichnet. Bei einem Abendtermin in der Residenz der österreichischen Botschaft zeigte sie zwar Verständnis für Donald Trumps „America First“-Devise, warnte aber vor einer Isolation: „America Alone ist keine zielführende Strategie.“ Sie betonte, dass freier und fairer Handel beide Seiten stärke.

Zölle, Handel und gemeinsame Interessen

Im Fokus der Gespräche standen insbesondere die von US-Präsident Trump angekündigten Strafzölle in Höhe von 30 Prozent auf EU-Waren – mit Inkrafttreten ab 1. August. Laut „Financial Times“ wird derzeit ein Kompromiss mit reziproken Zöllen von 15 Prozent verhandelt. Meinl-Reisinger sprach sich klar für „faire Verhandlungen“ aus.

Zudem betonte sie die Notwendigkeit gemeinsamer Lösungen in außenpolitischen Krisen. Es gebe „viele gemeinsame Interessen“, etwa beim Engagement für Frieden im Nahen Osten und bei der Unterstützung der Ukraine.

Dank an die USA – wirtschaftlich wie historisch

Österreich sei nach wie vor Teil einer „starken transatlantischen Achse“, betonte Meinl-Reisinger. Sie erinnerte an die Rolle der USA bei der Befreiung vom Nationalsozialismus vor 80 Jahren: „Wir sind ihnen zu Dank verpflichtet.“ Gleichzeitig gelte es heute, Partnerschaften strategisch weiterzuentwickeln. Die USA sind nach Deutschland Österreichs zweitwichtigster Exportmarkt – vor allem in den Bereichen Pharma und Maschinenbau.

Rubio: Vom Trump-Rivalen zum Chefdiplomaten

Der 54-jährige Marco Rubio, Sohn kubanischer Einwanderer und früherer innerparteilicher Rivale Trumps, gilt inzwischen als dessen loyaler Chefdiplomat. Der Kontakt zwischen ihm und Meinl-Reisinger wurde bereits im Mai telefonisch aufgenommen, persönlich begegneten sie sich erstmals am Rande der Papstmesse im Vatikan.

Auch ein Austausch mit US-Kongressabgeordneten – darunter Republikaner wie Demokraten – steht für Meinl-Reisinger auf dem Programm. Unter den Gesprächspartnern: die frühere Speakerin Nancy Pelosi. Und wie die Außenministerin betonte, blieb ihr auch Zeit für eine Jogging-Runde durch Washington.

Credit: APA

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