Es endete so, wie es immer war: Mit einer gewissen für sie typischen sprachlichen Fehlerquote verabschiedete sich Ex-Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) im Bundestag von allen Abgeordneten. Die künftige UN-Direktorin verwendete in einem Zitat nicht ganz korrekt eine Berufsbezeichnung – und sorgte für Heiterkeit.
„Streiten wie die Kesselflicker“ – das Sprichwort ist eine bildhafte, sehr alte Redewendung aus dem deutschen Sprachraum. Sie beschreibt eine heftige, lautstarke, oft derbe oder sogar vulgäre Auseinandersetzung. Im übertragenen Sinne bedeutet es: sich laut und heftig streiten, ohne Rücksicht auf Form oder Höflichkeit. Auch Annalena Baerbock verwendete diese Redewendung bei ihrer Abschiedsrede im Bundestag, allerdings verlor sie in der Aufregung ein dabei nicht unwesentliches „l“.
Beim Versuch, die Einigkeit der demokratischen Parteien gegenüber der AfD zu betonen, sagte Baerbock wörtlich:
„…unabhängig davon, dass wir uns über tausende von Fragen wie die Kesselficker streiten…“
Der unglückliche Versprecher löste prompt Gelächter im Plenum und in den sozialen Netzwerken aus.
Erneute Panne
Inhaltlich ging es Baerbock um die Rechtfertigung des Ausschlusses der AfD (sowie der Linken) aus dem Parlamentarischen Kontrollgremium – einem wichtigen Bundestagsausschuss zur Überwachung der Geheimdienste. Baerbock argumentierte, Organisationen, die zentrale Forderungen extremer Parteien übernehmen, dürften nicht staatlich gefördert werden. Dabei unterlief ihr ein weiterer sprachlicher Hänger, als sie von „Zisilsetzung“ sprach – statt korrekt „Zielsetzung“.
„Wenn Sie schauen, was die wesentlichen Ziele aller demokratischen Parteien sind – unabhängig davon, dass wir uns über tausende von Fragen wie die Kesselficker streiten – dann sind das der Schutz der Demokratie, die Würde des Menschen, die Rechtsstaatlichkeit, die Freiheit, der Frieden“, sagte Baerbock. „Weil wir Verfassungspatrioten sind. Und das unterscheidet alle demokratischen Parteien von Ihnen als AfD.“
Die Rede reiht sich ein in eine Serie von Auftritten, bei denen Baerbock durch ungewöhnliche Formulierungen auffiel. Legendär ist ihr früherer Versprecher von „Kobold“ statt Kobalt – oder „Kokaine“ statt Ukraine. Trotz der gelegentlichen Sprachpannen bleibt Baerbock in ihrer Haltung gegenüber der AfD konsequent, sie zählt die Partei nicht zum demokratischen Spektrum und trat stets für deren politische Isolierung ein.
Credit: APA
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