Die Zahl der Asylanträge in Österreich ist deutlich zurückgegangen. Wie aus aktuellen Zahlen des Innenministeriums hervorgeht, setzt sich ein Trend fort, der bereits seit Jahresbeginn zu beobachten ist. Innenminister Gerhard Karner sieht darin eine Bestätigung der aktuellen Regierungspolitik.
Deutlich weniger Anträge seit Jahresbeginn
Laut den veröffentlichten Daten wurden von Januar bis August 2025 insgesamt 11.622 Asylanträge gestellt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem 17.171 Anträge registriert wurden, entspricht dies einem Rückgang von 32 Prozent. Allein im August wurden 1.403 Anträge gestellt, wobei die meisten Antragsteller aus Afghanistan stammten.
Das Innenministerium differenziert dabei zwischen originären und Folgeanträgen. Von der Gesamtzahl der Anträge in diesem Jahr waren 4.545 erstmalige Anträge in Österreich. Der größere Teil entfällt auf Mehrfach- oder Folgeanträge, beispielsweise von in Österreich geborenen Kindern oder aufgrund von Gerichtsentscheidungen.
Innenministerium verweist auf konsequente Asylpolitik
Innenminister Gerhard Karner führt den Rückgang auf die Maßnahmen der Regierung zurück. In einer Stellungnahme erklärte er: „Die bereits umgesetzten Abschiebungen von verurteilten Straftätern nach Syrien und in Zukunft auch nach Afghanistan sind Teil einer harten und gerechten Asylpolitik.“ Er betonte, dass der eingeschlagene Kurs konsequent fortgesetzt werde.
Die Statistik des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl (BFA) zeigt, dass bis Ende August 20.790 Verfahren negativ beschieden oder eingestellt wurden. Zudem wurden bis zu diesem Zeitpunkt 9.080 Abschiebungen veranlasst, davon 4.363 zwangsweise. Das Ministerium gibt an, dass die Hälfte der abgeschobenen Personen strafrechtlich verurteilt war.
Europaweiter Trend und Auswirkungen in Österreich
Der Rückgang der Asylanträge ist kein rein österreichisches Phänomen. In der gesamten Europäischen Union sanken die Antragszahlen bis Ende August um 20 Prozent auf 528.444. Besonders starke Rückgänge verzeichneten Länder wie Deutschland (minus 38 Prozent) und Italien (minus 20 Prozent). Im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße liegt Österreich bei den Antragszahlen EU-weit auf dem elften Platz.
Die sinkenden Zahlen haben direkte Auswirkungen auf die Infrastruktur. Die Anzahl der Personen in der Grundversorgung reduzierte sich von knapp 93.000 Anfang 2023 auf aktuell 55.923. Infolgedessen konnte die Zahl der Bundesquartiere von über 30 auf acht gesenkt werden. Auch Zelte an Grenzübergängen wie Nickelsdorf und Spielfeld werden abgebaut.
Kritik an Gesprächen mit Taliban-Vertretern
Trotz der positiven Zahlenbilanz steht der Innenminister in der Kritik. Ein Treffen mit einer Delegation der Taliban sorgte für Unmut bei den Oppositionsparteien SPÖ und den Grünen. Das Innenministerium verteidigte die Gespräche als notwendig, um die Abschiebung von verurteilten afghanischen Straftätern zu ermöglichen. Auch Bundeskanzler Christian Stocker unterstützte den Minister und stellte klar, dass die Gespräche keine Anerkennung des Taliban-Regimes bedeuten.
Quelle: oe24.at
Credits: APA
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