Der Wiener Heldenplatz wurde zur großen Bühne für den österreichischen Nationalfeiertag, an dem über 1.000 Rekruten feierlich angelobt wurden. In einer eindringlichen Rede rief Bundespräsident Alexander Van der Bellen die Nation dazu auf, ihre Demokratie und Freiheit aktiv zu verteidigen. Der Tag war geprägt von Militärvorführungen, offenen Türen in den Regierungsgebäuden und scharfen politischen Botschaften von allen Seiten.
Ein Weckruf für die Demokratie
Bundespräsident Van der Bellen sprach als Oberbefehlshaber des Bundesheers eine deutliche Warnung aus. Er betonte, dass Europa und damit auch Österreich zunehmend Angriffen ausgesetzt seien – nicht nur militärisch, sondern auch kulturell, wirtschaftlich und technologisch. Diese neue Realität erfordere mehr Schutz als je zuvor. Van der Bellen appellierte an jeden Einzelnen, „unsere Werte und unsere Art zu leben zu schützen und zu verteidigen“, sei es im Büro, in der Schule, zu Hause oder in den sozialen Medien.
Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) schlug in dieselbe Kerbe und betonte, dass Sicherheit mehr bedeute als nur militärische Investitionen. Es gehe auch darum, die gemeinsamen Werte zu verteidigen und als Gesellschaft zusammenzustehen, besonders in schwierigen Zeiten. Er rief die Bürger auf, für Demokratie, die immerwährende Neutralität, die Rechtsordnung und die Pressefreiheit zu kämpfen.
Offene Türen und Volksfeststimmung
Die Feierlichkeiten des Tages begannen traditionell mit einer Kranzniederlegung am Äußeren Burgtor, um der gefallenen Soldaten und der Opfer des Widerstandes zu gedenken. Danach öffneten Hofburg, Parlament und Bundeskanzleramt ihre Türen für die Bevölkerung. Wie oe24 berichtet, begrüßten Bundespräsident Van der Bellen und seine Frau Doris Schmidauer die wartenden Menschenmassen persönlich, schüttelten Hände und plauderten mit den Bürgern.
Auch vor dem Parlament bildeten sich lange Schlangen; schätzungsweise 10.000 Menschen besuchten das Hohe Haus. Dort wurden sie von den Parlamentspräsidenten empfangen und konnten mit Vertretern der verschiedenen Fraktionen ins Gespräch kommen. Das Bundeskanzleramt zog ebenfalls eine große Menge an, die Kanzler Stocker und andere Regierungsmitglieder treffen wollte. Im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stand die Leistungsschau des Bundesheers am Heldenplatz mit Panzerfahrzeugen, einem „Black Hawk“-Hubschrauber und einem Überflug der Luftstreitkräfte.
Credits: APA
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