Antisemitismus-Eklat in Seekirchen: Wirt wirft israelische Familie aus Pizzeria

Antisemitismus-Eklat in Seekirchen: Wirt wirft israelische Familie aus Pizzeria

„Ihr hungert die Menschen in Gaza aus“

Ein Vorfall in einer Pizzeria in Seekirchen am Wallersee (Flachgau) sorgt für Entsetzen: Der Besitzer des Lokals soll eine israelische Familie, darunter auch Kinder, mit den Worten „Ihr hungert die Menschen in Gaza aus“ aus seinem Restaurant geworfen haben. Wie die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) in einer Aussendung mitteilte, habe sich der Vorfall am Mittwochabend ereignet. Die Familie, die als Touristen in Österreich unterwegs war, sei schockiert und zutiefst verletzt.

Wirt dementiert Vorwürfe

Während die IKG den Vorfall als klaren Fall von Antisemitismus verurteilt, weist der Wirt die Anschuldigungen zurück. Laut einem Bericht von Salzburg24 erklärte er, die Familie sei lediglich zu spät gekommen und habe deshalb nicht bedient werden können. Doch die Aussagen der Betroffenen und die Schilderungen der Kultusgemeinde zeichnen ein anderes Bild. „Der Mann wollte offenbar nichts hören und hat die Familie einfach rausgeworfen“, so Elie Rosen, Präsident der IKG für Salzburg, Steiermark und Kärnten, gegenüber der APA.

Politik und Gesellschaft reagieren empört

Der Vorfall hat auch in der Politik hohe Wellen geschlagen. Salzburgs Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) verurteilte das Verhalten des Wirts scharf: „Antisemitismus hat in Österreich und in Salzburg keinen Millimeter Platz. Österreich ist stolz auf seine jüdische Gemeinde und freut sich über Gäste aus Israel.“ Edtstadler habe bereits Kontakt mit dem Bürgermeister von Seekirchen, dem israelischen Botschafter in Österreich und der jüdischen Gemeinde aufgenommen, wie oe24 berichtet.

Antisemitismus in Österreich: Ein wachsendes Problem?

Die IKG warnt vor einer Zunahme antisemitischer Vorfälle in Österreich. „Wir erleben eine Flut von Hassmails, in denen unverhohlener Nazijargon verwendet wird“, erklärte Elie Rosen. Laut Der Standard fordert die Kultusgemeinde stärkere gesetzliche Regelungen gegen antisemitische Hasskriminalität. „Erinnerungskultur ist wertlos, wenn sie nicht in entschlossenes Handeln gegen aktuellen Hass mündet“, so Rosen weiter.

Ein Klima der Angst

Der Vorfall in Seekirchen ist kein Einzelfall. Wie Die Presse berichtet, häufen sich Berichte über Diskriminierung israelischer Gäste in Österreich. Die aktuelle Berichterstattung über den Nahostkonflikt trage dazu bei, antisemitische Narrative zu verstärken. „Jüdisches Leben in Österreich darf nicht zum Kollateralschaden politischer Agitation werden“, mahnt Rosen.

Konsequenzen gefordert

Die IKG fordert nun klare Konsequenzen. „Antisemitismus muss klarer definiert und effektiv geahndet werden“, so Rosen. Ob der Vorfall in Seekirchen strafrechtliche Folgen haben wird, bleibt abzuwarten. Laut APA liegt der Polizei bisher keine Anzeige vor.

Credits: Symbolbild/Canva

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