Konkret soll die Agentur von Christine Mahrer Geld von Wienwert erhalten haben – und dies laut Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ohne dafür erbrachte Leistung, berichtet orf.at. Ein Gutachter sah etwa „politische Landschaftspflege“, da auch mit Karl Mahrer direkt verhandelt wurde und nicht nur mit seiner Ehefrau. Mahrer bestritt die Vorwürfe gegen ihn stets. Es gilt die Unschuldsvermutung. Angeklagt werden sollen laut dem Bericht sowohl Mahrer selbst als auch seine Ehefrau Christine Mahrer.
Die Wiener ÖVP betonte in einer Aussendung, dass die Anklage noch nicht an Mahrer zugestellt wurde. Der Wiener Landesgeschäftsführer Peter Sverak betonte: „Wir setzen darauf, dass die Vorwürfe in einem objektiven Verfahren geklärt werden. Die bisherigen Erkenntnisse lassen jedenfalls keinen Vorwurf gegen Karl Mahrer erkennen.“ Die WKStA erklärte, dass der Vorhabensbericht aktuell umgesetzt und die Verfahrensparteien verständigt werden.
Die Immobilien-Gesellschaft Wienwert wurde 2018 zahlungsunfähig. Zurück blieben vor allem Anlegerinnen und Anleger, die leer ausgingen. Ermittelt wird von der WKStA seit 2017. Sie führte rund zwei Dutzend Beschuldigte, darunter Mahrer, aber auch den Bezirksvorsteher von Wien-Donaustadt Ernst Nevrivy (SPÖ). Im Oktober 2024 wurde dazu ein Vorhabensbericht an die Oberstaatsanwaltschaft weitergeleitet, im Februar 2025 erhielt die WKStA dann die Antwort der Oberbehörden.
Ein von der Ermittlungsbehörde beauftragter Gerichtsgutachter identifizierte einen Schaden von bis zu 31 Millionen Euro. Die strafrechtlichen Vorwürfe würden auf Untreue, betrügerische Krida, schwerer Betrug, Bilanzfälschung, Korruption und Verletzung des Amtsgeheimnisses lauten. In der Causa gehe es auch um den Vorwurf überhöhter Bezüge, doppelter Vergütungen, Entnahmen und um Spenden, Sponsorings und PR-Aufträge.
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