Die Ibiza-Affäre, die 2019 die österreichische Politik erschütterte, erhält ein neues Kapitel: Die Staatsanwaltschaft Wien hat bereits im Sommer Anklage gegen die vermeintliche Oligarchennichte erhoben. Dies berichtet der „Standard“. Der Frau, die als Lockvogel im berüchtigten Ibiza-Video agierte, wird der Missbrauch von Tonaufnahme- und Abhörgeräten sowie die Datenverarbeitung in Gewinn- oder Schädigungsabsicht vorgeworfen, wie auch oe24.at berichtet.
Vorwürfe: Heimliche Aufnahmen in Wien
Die Anklage bezieht sich nicht auf das eigentliche Ibiza-Video, das 2017 auf der spanischen Insel aufgenommen wurde und den damaligen FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache sowie FPÖ-Klubchef Johann Gudenus in kompromittierenden Gesprächen zeigte. Stattdessen geht es um heimliche Aufnahmen, die die Frau bereits vor dem Treffen in Ibiza in Wien gemacht haben soll. Laut der Staatsanwaltschaft, zitiert von oe24.at, traf sich die vermeintliche Oligarchennichte mehrfach mit Gudenus und fertigte dabei ohne dessen Wissen Tonaufnahmen an.
Strafmaß: Geldstrafe oder Haft
Sollte die Frau verurteilt werden, drohen ihr maximal ein Jahr Haft oder eine Geldstrafe von bis zu 720 Tagsätzen. Der Fall wird vor dem Bezirksgericht Innere Stadt in Wien verhandelt. Allerdings konnte der Strafantrag der Angeklagten bisher nicht zugestellt werden, wie der „Standard“ berichtet.
Rückblick: Die Rolle des Lockvogels
Die Frau, die sich als Nichte eines russischen Oligarchen ausgab, spielte eine zentrale Rolle im Ibiza-Video. Mit ihrer vorgetäuschten Identität gelang es ihr, das Vertrauen der FPÖ-Politiker zu gewinnen. Das Video, das später veröffentlicht wurde, führte zum Rücktritt von Heinz-Christian Strache und zum Ende der türkis-blauen Koalition. Die Identität der Frau wurde lange geheim gehalten, bevor sie schließlich enttarnt wurde. Diese Details wurden unter anderem von oe24.at zusammengetragen.
Politische und juristische Dimensionen
Die Anklage gegen den Lockvogel wirft neue Fragen auf: Während das Ibiza-Video selbst weiterhin Gegenstand politischer und juristischer Diskussionen ist, rückt nun die Entstehung des Videos in den Fokus. Die Methoden, mit denen die Aufnahmen zustande kamen, könnten weitreichende Konsequenzen haben – sowohl für die Angeklagte als auch für die politische Aufarbeitung der Affäre. Wie oe24.at berichtet, könnte der Fall auch die öffentliche Wahrnehmung der gesamten Ibiza-Causa beeinflussen.
Credits: APA
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