Tag 1 nach der schrecklichen Bluttat im BORG Dreierschützengasse in Graz: Bei der Hausdurchsuchung in der Wohnung des Täters Artur A. (21) entdeckten die Polizeispezialeinheiten auch noch eine Rohrbombe. Mit einer legal erworbenen Pistole und einer Schrotflinte tötete der Ex-Schüler des BORG am Dienstag acht Schüler und zwei Lehrer. Ganz Graz trauert.
Graz, Österreich, ja ganz Europa ist tief erschüttert, dass ein junger Mensch zu einer derart grausamen Tat fähig ist: Um 10 Uhr stürmte Artur A. in die Schule in der Dreierschützengasse. Dort schoss er vor allem im 3. Stock um sich, dann ging er aber auch gezielt in sein ehemaliges Klassenzimmer – er tötete dort Schüler, die er persönlich gar nicht kannte, mehr als zwölf Schüler überlebten die Schusswunden schwer verletzt. Insgesamt sind mehr als 40 Schüsse abgegeben worden. 17 Minuten lang mordete der Täter.
Hausdurchsuchung in der Wohnung des Serienmörders
Kurz nach dem Eintreffen der ersten Polizeispezialeinheiten erschoss sich der Täter. Bei einer noch gestern stattgefundenen Hausdurchsuchung fand die Exekutive aber noch einen Beweis dafür, dass Artur A. (21) schon seit langem diese Wahnsinnstat geplant hat: Der AMS-Bezieher bastelte an einer Rohrbombe, die aber noch nicht funktionsfähig war.
In seinem Abschiedsbrief, der die Polizeibeamten ebenfalls bei der Hausdurchsuchung gefunden haben, dürfte der Serienmörder seine Motive für den Amoklauf genannt haben – nähere Informationen dazu sind aber noch nicht bekannt, manche Medien spekulieren, dass Artur A. „Rache für lange zurückliegende Kränkungen“ nehmen wollte.
Mutter hatte Abschiedsvideo erhalten – aber zu spät geöffnet
Wie noch am Dienstag bekannt wurde, hatte der Todesschütze (21) noch vor der Tat gegen 10 Uhr vormittags ein Abschiedsvideo an seine Mutter geschickt: Keine Erklärung oder ein Motiv für seine geplanten Taten, sondern nur die Beteuerung, er mache alle aus eigener Überlegung und „aus freien Stücken“, schreibt die Tageszeitung Heute. Alarmiert durch diese wirre Botschaft verständigte seine Mutter sofort die Polizei – doch sie hatte das Video erst 24 Minuten nach dem Erhalt geöffnet. Da war es schon zu spät, ihr Sohn hatte bereits die ersten Schüler ermordet.
Der Bundeskanzler und die Bundesregierung haben eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. In der Innenstadt von Graz entzündeten hunderte Menschen Kerzen und beteten für die Opfer der Bluttat.

Credits: APA
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