Alice Weidel überrascht: AfD-Chefin geht auf Putin los

Alice Weidel überrascht: AfD-Chefin geht auf Putin los

Mit einer unerwarteten Kehrtwende sorgt AfD-Chefin Alice Weidel für Aufsehen. Die Politikerin, die bislang für ihre zurückhaltende Haltung gegenüber Russland bekannt war, hat den Kreml-Herrscher Wladimir Putin scharf kritisiert. Grund: Die jüngsten Luftraumverletzungen durch russische Drohnen und Jets sowie die anhaltende Aggression im Ukraine-Krieg.

„Putin darf den Bogen nicht überspannen“

Vor der Fraktionssitzung am Montagabend ließ Weidel mit klaren Worten aufhorchen: „Wir müssen davon ausgehen, dass hier die Luftabwehrsysteme der Nato getestet werden.“ Sie warnte eindringlich: „Man sollte die Geduld von Donald Trump nicht auf die Probe stellen. Man sollte ihn auch nicht in seinen Friedensbemühungen das Gesicht verlieren lassen.“

Hintergrund dieser Aussage sind mehrere Vorfälle, bei denen russische Drohnen und Jets in den Nato-Luftraum eingedrungen sind. So drangen in der Nacht zum 10. September russische Drohnen in den polnischen Luftraum ein, und am 19. September flogen russische Jets minutenlang über Estland. Gleichzeitig ignoriert Russland weiterhin Forderungen aus Washington nach einem Frieden in der Ukraine.

„Irgendwo muss sich Putin bewegen“

Weidel forderte den Kreml-Chef auf, sich deeskalierend zu verhalten: „Ich glaube, dass auch Russland dazu aufgerufen ist, sich deeskalierend zu verhalten und nicht zusätzlich den Nato-Luftraum zu verletzen und die Luftabwehrsysteme zu testen.“ Diese Provokationen hätten „absolutes Potenzial zur weiteren Eskalation“, so die AfD-Chefin. „Irgendwo muss sich Putin irgendwann bewegen. Davon haben wir leider bislang zu wenig gesehen.“

AfD-intern: Uneinigkeit über Russland-Kurs

Bemerkenswert ist, dass Weidels Aussagen im Widerspruch zu ihrem Co-Vorsitzenden Tino Chrupalla stehen. Dieser hatte die Luftraumverletzungen noch als „sogenannte Drohnenüberflüge“ abgetan und die russischen Drohnen als „aus Styropor und Sperrholz zusammengeschustert“ bezeichnet. Nur wenige Augenblicke später widersprach Weidel ihm öffentlich und forderte Putin auf, den Bogen nicht zu überspannen.

Ein neuer Kurs für die AfD?

Die AfD, die bislang oft für ihre Russland-freundliche Haltung kritisiert wurde, scheint mit Weidels Aussagen einen neuen Kurs einzuschlagen. Noch im Mai hatte sie gefordert, Russlands Sicherheitsinteressen stärker zu berücksichtigen. Doch die jüngsten Provokationen scheinen auch bei der AfD-Spitze ein Umdenken ausgelöst zu haben.

Wie sich diese neue Linie auf die Partei und ihre Wählerschaft auswirkt, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Mit ihrer überraschenden Kritik an Putin hat Alice Weidel ein politisches Ausrufezeichen gesetzt.

Quelle: BILD
Credits: APA

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