Es sind Zahlen, die jeden Elternteil wachrütteln müssen: Eine Welle aus Zucker und Fett rollt über Österreich und hinterlässt eine Spur der Verwüstung in der Gesundheitsstatistik unserer Jüngsten. Die Diagnose ist erschütternd, denn schon jeder dritte Bub und jedes vierte Mädchen in Wien bringt zu viel auf die Waage. Doch es geht längst nicht mehr nur um ein paar Kilos zu viel oder kneifende Hosenbünde – Mediziner schlagen Alarm und warnen vor einer direkten Verbindung zu tödlichen Krankheiten. Das Fettgewebe ist nicht harmlos, es ist ein Brandbeschleuniger für Krebs!
Schock-Zahlen aus der Volksschule
Die Unbeschwertheit der Kindheit wird von einer schweren Last erdrückt. Wie Daten der Klinik Floridsdorf zeigen, ist die Situation in den Klassenzimmern dramatisch. Besonders besorgniserregend ist der Blick auf die Volksschulen. Wie der renommierte Internist und Hämatoonkologe Felix Keil vom Hanusch-Krankenhaus berichtet, leiden in der Altersgruppe der dritten Klasse Volksschule bereits vier Prozent der Kinder unter extremer Adipositas. Das berichtete der Experte im Rahmen einer Veranstaltung des „Praevenire Gesundheitsforums“.
Das sind keine abstrakten Zahlen mehr, das sind Schicksale. Die sogenannte Adipositas-Welle, die weltweit bereits eine Milliarde Menschen erfasst hat, ist mit voller Wucht in Österreich angekommen.
Tödliches Bauchfett: Wie Übergewicht Krebs auslöst
Was viele nicht wissen: Fett ist nicht einfach nur Energiespeicher. Besonders das viszerale Fett, also jenes, das sich im Bauchraum um die Organe legt, ist hochgefährlich. Felix Keil erklärt den verhängnisvollen Mechanismus: Zu viele Kilos führen zu einer permanenten, niederschwelligen Entzündung im gesamten Körper.
„Man weiß, wenn man mehr Fett im Bauch hat, nimmt die Mutationsrate zu“, so der Experte. Diese ständige Reizung des Organismus kann die Entstehung von Tumoren und bösartigen Erkrankungen des blutbildenden Systems, wie etwa Leukämie, genetisch begünstigen. Ein dicker Bauch ist also weit mehr als ein ästhetisches Problem – er ist eine tickende Zeitbombe für die Gesundheit der Kinder.
Die Zucker-Falle: Europa tappt ins Fast-Food-Desaster
Wer ist schuld an der Misere? Der Fingerzeig der Experten geht eindeutig in Richtung Ernährungsindustrie und Konsumverhalten. Ein aktueller Report der angesehenen Fachzeitschrift „The Lancet“ liefert hierzu eindeutige Beweise. Das Problem sind hoch verarbeitete Lebensmittel. Während diese in den USA mittlerweile rund 60 Prozent der Kalorienaufnahme ausmachen, warnt Keil: „Europa zieht nach.“
Die Ernährungsgewohnheiten hierzulande haben sich drastisch verschlechtert. Mediziner raten dringend dazu, den Kalorienanteil aus Zucker auf maximal zehn, besser noch fünf Prozent zu beschränken. Die Realität in Österreich sieht düster aus: Wir liegen bereits bei 16 bis 18 Prozent. Ein Haupttäter ist schnell identifiziert: „Die Hälfte machen gesüßte Getränke aus“, erklärt Keil. Kombiniert mit einem Übermaß an Salz und gesättigten Fettsäuren entsteht ein toxischer Cocktail, den wir unseren Kindern täglich servieren.
Quellen: oe24.at, nachrichten.at, vienna.at, sozialministerium.gv.at
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