Die anhaltend hohen Treibstoffpreise bringen Österreichs Rettungsorganisationen massiv unter Druck. Wenn Sanitäter ausrücken, um Leben zu retten oder Kranke zu transportieren, fährt die finanzielle Sorge mittlerweile auf dem Beifahrersitz mit. Die Kosten für Diesel und Benzin fressen die Budgets auf. Jetzt schlagen die Organisationen Alarm und fordern sofortige Maßnahmen der Politik.
Sprit-Krise: Rettern geht das Geld aus
Die Lage ist ernst. Wie der Samariterbund berichtet, belasten die hohen Preise für Treibstoff die Rettungs- und Krankentransporte enorm. Wolfgang Dihanits, stellvertretender Bundessekretär des Samariterbundes, erklärt die dramatische Situation ganz offen. Er fordert Unterstützung von der Bundesregierung, da die Kosten seit Jahren kontinuierlich steigen, ohne dass es einen entsprechenden finanziellen Ausgleich gibt.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Der Samariterbund legt mit seinen Einsatzfahrzeugen jährlich rund 19 Millionen Kilometer zurück. Allein in Wien verzeichnen die Retter durchschnittlich rund 760 Fahrten pro Tag. Derzeit macht die Steuerlast bei Benzin rund 58 Prozent des Gesamtpreises aus, bei Diesel sind es rund 53 Prozent. Dihanits fordert daher eine rasche Befreiung von der Mineralölsteuer, um die Versorgungssicherheit abzusichern.
Chronisch Kranke als Leidtragende?
Nicht nur der Samariterbund kämpft mit den leeren Kassen. Auch andere große Organisationen spüren den extremen finanziellen Druck. Wie der ORF berichtet, befürchten die Verantwortlichen, dass in naher Zukunft Transportfahrten drastisch eingeschränkt werden müssen. Das Rote Kreuz, das Grüne Kreuz und die Johanniter verzeichnen in Wien mittlerweile Mehrkosten von rund 200.000 Euro pro Monat.
In der Steiermark sieht es nicht besser aus. Das dortige Grüne Kreuz rechnet im laufenden Jahr mit Mehrkosten beim Diesel von rund 670.000 Euro bei gleichem Fahraufkommen. Wenn das Geld fehlt, drohen drastische Konsequenzen. Im schlimmsten Fall könnten chronisch kranke Patienten, die regelmäßig zur Chemotherapie oder zur Dialyse müssen, nicht mehr transportiert werden.
Regierung stellt sich quer
Trotz der lauten Hilferufe der Blaulichtorganisationen bleibt eine schnelle Lösung aus. Während die Landwirtschaft bereits von der Mineralölsteuer befreit ist, sieht das Finanzministerium für die Rettungsdienste schwarz. Laut ORF verweist das Ministerium auf unionsrechtliche Vorgaben der europäischen Energiebesteuerungsrichtlinie. Diese erlaube schlichtweg keine Steuerbefreiung für Rettungs- und Krankentransportdienste.
Die Retter fordern nun alternative Lösungen, wie etwa eine gezielte Sonderförderung. Klar ist: Wenn die Politik nicht rasch handelt, droht dem österreichischen Rettungswesen ein finanzieller Kollaps, der am Ende die schwächsten der Gesellschaft trifft – die Patienten.
Quellen: oe24, Samariterbund, OTS, ORF
Credits: APA
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