Die Kassen klingeln, aber nicht für den ehrlichen Steuerzahler. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) schlägt Alarm: In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Wirtschaftsstraftaten in Österreich mehr als verdoppelt. Wie oe24.at berichtet, schossen die Zahlen von 22.000 auf rund 50.000 Fälle pro Jahr in die Höhe. Die Täter handeln dabei völlig berechnend. WKStA-Leiterin Ilse-Maria Vrabl-Sanda stellt klar, dass diese Kriminellen nicht im Affekt zuschlagen. Sie wägen ihre Gewinnchancen und das Risiko, erwischt zu werden, eiskalt ab. Wenn sich das Verbrechen betriebswirtschaftlich rechnet, greifen sie zu.
Milliarden-Schäden durch Mega-Betrüger
Die Ermittler jagen aktuell die ganz großen Fische. Derzeit führt die WKStA 70 Großverfahren im ganzen Land. Laut Kleine Zeitung geht es dabei um Schäden in dreistelliger Millionenhöhe, in manchen Fällen sogar um Milliarden. Tausende unschuldige Anleger haben ihr Geld verloren. Der tiefe Fall des Signa-Imperiums ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Die Staatsanwälte durchleuchten auch die ruinierte Immobiliengesellschaft Wienwert. Dort sollen Anleger um satte 41 Millionen Euro geprellt worden sein. Auch das Straßenbau-Kartell rund um die Strabag, das mit einer Rekordstrafe von 146 Millionen Euro endete, hält die Justiz auf Trab.
Neue Handy-Regeln fesseln die Ermittler
Während die Kriminellen immer raffiniertere Methoden nutzen, kämpfen die Ermittler mit stumpfen Waffen. Die neue Regelung zur Handy-Sicherstellung seit Anfang 2025 sorgt für massiven Ärger. Der stellvertretende WKStA-Leiter Wolfgang Handler kritisiert das neue Gesetz scharf. Es sei völlig praxisfern und verursache einen enormen Mehraufwand. Den Teams fehlen schlichtweg das Personal und die technischen Mittel, um die neuen rechtlichen Hürden zu nehmen. Die Auswertung der beschlagnahmten Daten dauert nun viel länger, was die Jagd auf korrupte Manager drastisch einbremst. Gleichzeitig nutzen Beschuldigte jede Lücke, um die Verfahren künstlich in die Länge zu ziehen.
Gerichte platzen aus allen Nähten
Die gigantische Welle an Wirtschaftskriminalität flutet auch die heimischen Gerichte.
Quellen: oe24.at, Kleine Zeitung
Credits: APA
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