Abschiebungen: Die Wahrheit hinter den Zahlen

Abschiebungen: Die Wahrheit hinter den Zahlen

Die politische Debatte um Abschiebungen in Österreich erreicht einen neuen Höhepunkt. Auslöser ist eine provokante Aussage von FPÖ-Chef Herbert Kickl, der der Regierung vorwirft: „Wir schieben mehr Elche als Syrer ab.“ Nun legt das Innenministerium die offiziellen Zahlen auf den Tisch und zeichnet ein gänzlich anderes Bild der Lage.

Die nackten Zahlen: 10.400 Menschen mussten heuer bereits gehen

Wie das Nachrichtenportal oe24.at berichtet, sprechen die Fakten eine deutliche Sprache. Innenminister Gerhard Karner konterte die Kritik und gab bekannt, dass bis Ende September dieses Jahres bereits 10.400 Migranten Österreich verlassen mussten. Das sind umgerechnet etwa 35 Personen pro Tag. „Abschiebungen von verurteilten Straftätern aus Syrien oder Afghanistan werden konsequent umgesetzt“, betonte Karner und stellte klar, dass die Maßnahmen vor allem Personen betreffen, die sich illegal im Land aufhalten oder straffällig geworden sind.

Syrer und Afghanen im Fokus der Behörden

Die vom Innenministerium veröffentlichten und von oe24.at zitierten Statistiken geben einen tieferen Einblick. Demnach wurden seit 2022 insgesamt 680 Syrer abgeschoben. Laut Ministerium handelt es sich dabei hauptsächlich um sogenannte Dublin-Abschiebungen, also Überstellungen in jene EU-Länder, die für das Asylverfahren zuständig sind. Brisant dabei: Rund die Hälfte dieser Personen waren verurteilte Straftäter. Neben den erzwungenen Ausreisen haben laut Ministerium seit Anfang 2022 auch rund 900 Syrer das Land freiwillig verlassen, davon allein 644 in diesem Jahr.

Auch bei afghanischen Staatsbürgern zeigen die Zahlen eine klare Linie. Seit 2022 wurden 500 Afghanen abgeschoben, die meisten davon ebenfalls in andere EU-Staaten. Weitere 180 Personen aus Afghanistan haben Österreich im selben Zeitraum freiwillig den Rücken gekehrt.

Ein politischer Schlagabtausch

Der Konflikt zwischen der FPÖ und der Regierung verschärft sich zusehends. Während Kickl den Regierungsparteien eine zu lasche Vorgehensweise vorwirft, beharrt das Innenministerium darauf, die geltenden Gesetze konsequent durchzusetzen. Während die politische Rhetorik immer lauter wird, bleibt die tägliche Realität bestehen: Dutzende Menschen werden jeden Tag aus Österreich ausgewiesen, was die Themen Migration und Sicherheit fest auf der politischen Tagesordnung verankert.

Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x