Die Regierung feiert Spritpreisbremse und Entlastungspakete als Erfolge — doch laut einer aktuellen Umfrage kommen die Maßnahmen beim Großteil der Bevölkerung schlicht nicht an.
Die Zahl, die alles sagt
Wie exxpress berichtet, zeigt eine neue Umfrage ein vernichtendes Bild für die Bundesregierung: 93 Prozent der Befragten nehmen keine spürbaren Entlastungen durch die bisherigen Regierungspakete wahr. Teuerung, steigende Spritpreise und hohe Nebenkosten setzen die Menschen weiterhin unter Druck — trotz aller Ankündigungen aus dem Bundeskanzleramt.
Das Ergebnis kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Dreierkoalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS die Spritpreisbremse als historischen Meilenstein vermarktet: Vizekanzler Andreas Babler spricht auf der SPÖ-Website vom „ersten Preiseingriff seit der Kreisky-Ära“. Kanzler Christian Stocker betont laut Bundeskanzleramt, der Staat dürfe nicht zum „Krisenprofiteur“ werden.
Was die Bremse tatsächlich bringt
Die Realität ist ernüchternd. Wie der ÖAMTC am 1. April 2026 festhielt, sind die Spritpreise seit Anfang März um rund 70 Cent pro Liter Diesel und 40 Cent pro Liter Benzin gestiegen. Die Spritpreisbremse soll diesen Anstieg um zehn Cent dämpfen. ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsleiter Martin Grasslober kommentierte das nüchtern: „Eine Preisreduktion um zehn Cent pro Liter ist angesichts der beobachteten Preissteigerungen letztlich kein großer Wurf.“
Auch die Wirkung auf die Inflation hält sich laut unabhängigen Experten in engen Grenzen. Wie das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO laut vienna.at erklärte, dürfte die Maßnahme die Inflationsrate um schätzungsweise nur einen Viertel-Prozentpunkt drücken.
Strukturelle Teuerung bleibt ungelöst
Das Momentum Institut analysierte bereits zum Jahreswechsel, dass die bisherigen Regierungspakete das strukturelle Teuerungsproblem nicht lösen. Zwar wurden etwa die Elektrizitätsabgabe und der Erneuerbaren-Förderbeitrag gesenkt — doch gleichzeitig stiegen die Netzentgelte für Strom um 1,3 Prozent und für Gas sogar um 18,2 Prozent. Das Klimaticket verteuerte sich von 1.179 auf 1.400 Euro — ein Plus von 18,7 Prozent. Finanz.at hielt dazu fest, dass die Spritpreisbremse zwar den Preisanstieg bremst, aber keine echte Entlastung darstellt: Mieten, Handy-Tarife und Energie werden für viele Haushalte trotzdem teurer.
Wohin das führt
Wie exxpress im Jänner 2026 mit Verweis auf Ökonomen berichtete, laufen Entlastungspakete, die an einer Stelle geben und an anderer Stelle nehmen, politisch wie wirtschaftlich ins Leere: Am Ende bleibt für die Haushalte kaum spürbar mehr übrig — während der staatliche Aufwand groß und die Wirkung minimal ist. Diese Warnung ist mit den aktuellen 93-Prozent-Zahlen eingetreten.
Credits: APA
Neueste Kommentare