Peter Hochegger, einst ein mächtiger Strippenzieher in der österreichischen Politik- und Wirtschaftsszene, steht erneut im Rampenlicht – diesmal jedoch nicht als erfolgreicher Netzwerker, sondern als verurteilter Steuerhinterzieher. Das Oberlandesgericht (OLG) Wien hat seine Geldstrafe von ursprünglich einer Million Euro auf 800.000 Euro reduziert. Wie der „Standard“ berichtet, wurde auch die Ersatzfreiheitsstrafe von zehn auf acht Monate gesenkt. Doch trotz der Erleichterung bleibt ein bitterer Beigeschmack: Hochegger kann die Strafe nicht zahlen.
Die Schatten der Vergangenheit
Die Verurteilung ist ein weiteres Kapitel in der berüchtigten Telekom-Affäre, die Österreichs politische Landschaft erschütterte. Über seine Lobbying-Agentur Valora hatte Hochegger Scheinrechnungen erstellt, um schwarze Kassen der Telekom Austria zu verschleiern. Mit diesen Geldern wurde illegale Parteienfinanzierung betrieben. Laut „Kurier“ führte diese Praxis zu einer Steuerhinterziehung in Höhe von fast 2,5 Millionen Euro. Bereits 2013 war Hochegger wegen Untreue und Geldwäsche zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.
Warum die Strafe reduziert wurde
Das OLG Wien folgte der Argumentation von Hocheggers Verteidiger: Die überlange Verfahrensdauer und die Wiedergutmachung von 1,3 Millionen Euro wurden als mildernde Umstände anerkannt. Zudem habe Hochegger, so der Richterinnensenat, vor der Tat einen „ordentlichen Lebenswandel“ geführt. Wie der „Standard“ berichtet, betonte das Gericht, dass das Ersturteil zu hoch angesetzt war.
Ein Leben am Existenzminimum
Hochegger, der sich in Privatinsolvenz befindet, lebt mittlerweile am Existenzminimum. Die 800.000 Euro Strafe will er durch gemeinnützige Arbeit abarbeiten. Parallel dazu läuft ein weiteres Verfahren in der Causa Buwog, in der er zu drei Jahren Haft (davon ein Jahr unbedingt) verurteilt wurde. Laut „Kurier“ hat Hochegger bereits einen Antrag auf elektronische Fußfessel gestellt und eine Beschäftigung in einem gemeinnützigen Verein gefunden.
Vom Netzwerker zum Mahnmal
Am Vorabend des Urteils präsentierte Hochegger sein Buch „Die Schattenrepublik“, in dem er Einblicke in die dunklen Machenschaften der österreichischen Politik gibt.
Quellen: oe24, Der Standard, Kurier
Credits: APA
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