80 Millionen für die Parteien: Wer bekommt wie viel — und warum die SPÖ Federn lässt

80 Millionen für die Parteien: Wer bekommt wie viel — und warum die SPÖ Federn lässt

Fast 80 Millionen Euro fließen 2026 an die österreichischen Parlamentsparteien. Wer am meisten kassiert, wer verliert — und welche Kuriosität die SPÖ heuer fast 124.000 Euro kostet.

Fast stabiler Gesamtbetrag — nur Klubförderung steigt

Wie oe24 unter Berufung auf Parlamentsdaten berichtet, erhalten die fünf Parlamentsparteien 2026 insgesamt 79,8 Millionen Euro an Bundesförderungen. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Summe nur marginal — um rund 81.000 Euro. Der Grund: Während die Klubförderung ab Juli um 3,3 Prozent erhöht wird — analog zu den Beamtengehältern — bleibt die Parteienförderung eingefroren.

Normalerweise wird die Parteienförderung jährlich an die Inflation angepasst. Angesichts des Sparzwangs hat die Koalition im Regierungsprogramm aber vereinbart, diese Valorisierung für 2026 auszusetzen, wie oe24 berichtet. Damit bleibt die Parteienförderung bei insgesamt 38 Millionen Euro, die Akademieförderung bei 12 Millionen Euro — unverändert seit 2024. Allein die Klubförderung wächst auf rund 29,8 Millionen Euro.

FPÖ an der Spitze — ÖVP verliert nach Wahlniederlage

Der Wahlsieg der FPÖ bei der Nationalratswahl 2024 schlägt sich direkt in der Förderverteilung nieder: Wie oe24 berichtet, erhält die FPÖ als größte Parlamentspartei mit 22,3 Millionen Euro den höchsten Betrag, davon 11,6 Millionen aus der Parteienförderung, 7,6 Millionen aus der Klubförderung und 3,1 Millionen für das Freiheitliche Bildungsinstitut.

Die ÖVP folgt mit 20,9 Millionen Euro — deutlich weniger als noch 2024, als sie wegen ihrer damals stärksten Position noch 26,4 Millionen erhielt, wie die Salzburger Nachrichten auf Basis von APA-Daten dokumentieren. Die SPÖ kommt auf 17,7 Millionen Euro, die NEOS auf 9,7 Millionen und die Grünen auf 9,2 Millionen Euro.

Der SPÖ-Sonderfall: Frauenquote kostet bares Geld

Besonders pikant ist eine Verschiebung innerhalb der SPÖ: Wie oe24 unter Berufung auf eine APA-Rechnung berichtet, zieht nach dem Abgang der künftigen Wiener Stadträtin Elke Hanel-Torsch nun Christoph Matznetter in den Nationalrat ein. Damit sinkt der SPÖ-Frauenanteil im Klub auf 39 Prozent — und damit unter die Schwelle von 40 Prozent, ab der ein Bonus bei der Klubförderung gilt. Das kostet die Partei heuer knapp 124.000 Euro.

Wie das System funktioniert

Die Parteienfinanzierung auf Bundesebene setzt sich aus drei Säulen zusammen: der Parteienförderung, der Klubförderung und der Akademieförderung. Wer bei der Nationalratswahl mehr Stimmen und Mandate erzielt, bekommt aus allen drei Töpfen mehr. Wie Wikipedia zur Parteienfinanzierung in Österreich dokumentiert, gibt es staatliche Parteienförderung in Österreich seit 1975 — und das Land zählt damit zu jenen mit den höchsten Pro-Kopf-Ausgaben für Parteien in westlichen Demokratien.


Quellen:

  • oe24.at: Parteien erhalten 80 Millionen Euro an Förderungen (19.3.2026)
  • APA (zitiert via oe24.at und Parlament)
  • Salzburger Nachrichten (sn.at): Parteienförderung steigt – starkes Plus für FPÖ (15.1.2025)
  • profil.at: FPÖ TV erhält durch das neue Budget nicht weniger Geld
  • PULS 24: Parteienförderung steigt auf 37,2 Millionen Euro (17.1.2024)
  • Wikipedia: Parteienfinanzierung in Österreich
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