Weniger als ein Jahr nach dem Amtsantritt der schwarz-roten Bundesregierung bricht die Zustimmung in der Bevölkerung auf ein historisches Tief ein — und selbst die eigenen Wähler kehren dem Kanzler den Rücken.
Rekordwerte der Unzufriedenheit
Wie t-online und SN.at unter Berufung auf eine aktuelle Insa-Erhebung für die Bild am Sonntag berichten, sind 70 Prozent der Wahlberechtigten in Deutschland mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz unzufrieden — der schlechteste Wert seit seinem Amtsantritt im Mai 2025. Nur 21 Prozent zeigen sich zufrieden. Die schwarz-rote Koalition insgesamt schneidet noch schlechter ab: 73 Prozent der Befragten bewerten ihre Arbeit negativ, lediglich 20 Prozent positiv. Für die Erhebung befragte Insa vom 7. bis 10. April 1.205 Personen.
Besonders brisant: Wie Finanznachrichten.de auf Basis der Insa-Daten zeigt, lag die Unzufriedenheit mit der Koalition bei deren Amtsantritt noch bei 46 Prozent — seither hat sie sich also fast auf das Doppelte gesteigert.
Kritik aus den eigenen Reihen
Das Stimmungsbild reicht bis tief in die Anhängerschaft der Regierungsparteien. Wie t-online berichtet, sind 69 Prozent der SPD-Wähler und 56 Prozent der Unions-Anhänger mit der Arbeit der Koalition unzufrieden. Mit Kanzler Merz persönlich zeigen sich nur 28 Prozent der SPD-Wähler und 49 Prozent der eigenen Unionswähler zufrieden. Insa-Chef Hermann Binkert zog gegenüber der Bild am Sonntag ein klares Fazit: Selbst der Bundeskanzler überzeuge nur noch jeden zweiten Unionswähler. Und weiter: Es sei unwahrscheinlich, dass Merz und die Koalition diesen Trend grundsätzlich drehen könnten.
Ostdeutschland als Sonderfall
Besonders drastisch ist die Ablehnung in Ostdeutschland. Wie die Salzburger Nachrichten berichten, sind dort nur 12 Prozent mit der Arbeit des Kanzlers einverstanden — 80 Prozent äußern Unzufriedenheit. Damit liegt der Osten weit unter dem ohnehin schon schlechten Bundesschnitt.
AfD bleibt stärkste Kraft
Parallel dazu zeigt der aktuelle Sonntagstrend, den Insa wöchentlich für die Bild am Sonntag erhebt: Die AfD bleibt mit unverändert 26 Prozent stärkste Kraft in Deutschland, knapp vor CDU/CSU mit 25 Prozent. SPD und Grüne konnten jeweils einen Punkt zulegen und liegen nun bei 14 und 13 Prozent. FDP (3 Prozent) und BSW (4 Prozent) verharren auf niedrigen Werten.
Credits: APA
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