Mit anderen SPÖ-Bundesparteichefs ging die Kronen Zeitung noch etwas netter um – was vermutlich an den Politikern lag, die sich nicht derartige Eskapaden leisteten: Jetzt wurde Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) von der Krone zum Kasperl der Woche gekürt – weil er mit Steuergeld sein Medien-Coaching bezahlt hat (exxtra24 berichtete).
„Die letzten Auftritte Bablers zeigen: Eher lernt ein Eichhörnchen steppen, als er Fernsehen. Frage an den Kasperl der Woche: Wenn jemand nicht kommunizieren kann, wieso wird er dann Politiker?“ – so rechnet die Kronen Zeitung aktuell mit dem SPÖ-Chef ab. Tatsächlich haben die Fakten, dass der Vizekanzler mit dem Steuergeld der Österreicher sein persönliches Medien-Training für einen Auftritt in der ORF-Pressestunde bezahlt hat, für heftige Reaktionen auf den Social-Media-Plattformen gesorgt: Erstens sei das Honorar mit 6000 Euro doch nicht wirklich niedrig, und zweitens hat Babler – welch Zufall – eine Wiener Werbe- und Krisenkommunikations-Agentur ausgewählt, bei der Catherina Straub, die frühere SPÖ-Chefredakteurin aus der Löwelstraße, jetzt als Geschäftsführerin tätig ist.
20 Medien-Mitarbeiter, aber Babler bezahlt externe Beratung
Außerdem kritisiert die Krone: „Trotz seines Mitarbeiterstabes aus 20 Personen für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit fand sich in seinem Haus niemand, der ihn auf einen einzigen TV-Auftritt vorbereiten konnte – und so gab er 6000 Euro für ein Coaching aus.“ exxtra24 hat darüber bereits vor dem Wochenende berichtet, dass ZiB2-Anchor Armin Wolf in einem starken Interview Andreas Babler vorgerechnet hat, wie viele Medien-Mitarbeiter er zu Verfügung hat. Diese angeblichen Kommunikationsexperten, die alle den Vizekanzler nicht für seinen Auftritt bei einer TV-Pressestunde vorbereiten können, kosten die Steuerzahler im Jahr 1,99 Millionen Euro.
Von der Krone als Kasperl nominiert und selbst vom eher linken ORF in einem ZiB2-Interview vernichtet: Vielleicht ist jetzt der beste Zeitpunkt für Babler, die Führung der einst bedeutenden sozialdemokratischen Partei wieder abzugeben.
Credit: APA
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