530.000 Euro für Babler-Film: Finanzminister schweigt zu Förder-Skandal

530.000 Euro für Babler-Film: Finanzminister schweigt zu Förder-Skandal

Ein Dokumentarfilm über SPÖ-Chef Andreas Babler sorgt für hitzige Diskussionen. Mit einer Fördersumme von über einer halben Million Euro aus Steuergeldern steht die Produktion massiv in der Kritik. Doch Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) verweigert klare Antworten.

Ein Film und viele Fragen

Der Film „Wahlkampf“ begleitet Andreas Babler durch den Nationalratswahlkampf 2024. Regisseur Harald Friedl zeigt den SPÖ-Chef in verschiedenen politischen Momenten – von Wahlkampfauftritten bis hin zu internen Krisensitzungen. Doch die Finanzierung des Films sorgt für Empörung: Laut Recherchen flossen insgesamt 553.000 Euro an Fördergeldern, darunter 350.000 Euro vom Österreichischen Filminstitut (ÖFI), 183.000 Euro vom Filmfonds Wien und 20.000 Euro aus Niederösterreich.

Wie die „Kleine Zeitung“ berichtet, wurde die Förderung bereits 2024 unter der damaligen schwarz-grünen Regierung beschlossen. Dennoch werfen Kritiker der SPÖ vor, den Film als Eigen-PR auf Kosten der Steuerzahler zu nutzen.

Finanzminister weicht aus

Im Nationalrat konfrontierte FPÖ-Abgeordneter Maximilian Linder den Finanzminister mit den Zahlen. Doch Markus Marterbauer erklärte, er sei „nicht zuständig“ und lenkte das Thema auf Sportförderungen. „Ich wünsche es den Kindern weltweit, dass sie durch Sport gefördert werden“, so Marterbauer. Zur zentralen Frage der Filmförderung blieb er jedoch stumm.

Kritik von allen Seiten

Die FPÖ spricht von einem „politischen Skandal ersten Ranges“. Kultursprecher Wendelin Mölzer sieht in der Förderung eine „indirekte Parteienfinanzierung“. Auch im Netz hagelt es Kritik: Nutzer werfen der SPÖ vor, öffentliche Gelder für Eigeninteressen zu missbrauchen. „Propaganda auf Kosten der Steuerzahler“, lautet ein häufig geäußerter Vorwurf.

Regisseur verteidigt sich

Regisseur Harald Friedl weist die Vorwürfe zurück. Gegenüber „profil“ erklärte er, der Film sei im Stil des „Direct Cinema“ gehalten und verzichte auf Kommentare oder Inszenierungen. „Ich habe diesen Film begonnen, als Babler noch Bürgermeister war. Dass er Parteichef wird, war nicht absehbar“, so Friedl. Auch Babler selbst betont, keinen Einfluss auf die Gestaltung des Films genommen zu haben.

Ein Film, der polarisiert

„Wahlkampf“ feierte kürzlich Premiere beim Grazer Filmfestival „Diagonale“ und wird ab April in österreichischen Kinos zu sehen sein. Ob der Film tatsächlich ein „Werbevideo“ oder ein neutrales Porträt ist, bleibt umstritten. Sicher ist nur: Die Diskussionen um die Finanzierung werden so schnell nicht verstummen.

Quellen: exxpress.at, kleinezeitung.at, profil.at
Credits: APA

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