528.000 Euro Steuergeld, leere Säle: Babler-Film scheitert auch in Woche zwei

528.000 Euro Steuergeld, leere Säle: Babler-Film scheitert auch in Woche zwei

Der Dokumentarfilm „Wahlkampf“ über SPÖ-Chef Andreas Babler ist seit dem 24. April in den Kinos – doch auch Tage nach dem Start bleibt das Publikum aus. Die Zahlen vom Kinostart waren schon erschreckend, die Folgetage brachten keine Besserung.

Startschuss mit Paukenschlag – nach unten

Am Starttag, dem 24. April, wurden im Wiener Votiv-Kino laut oe24 lediglich acht Tickets verkauft, im De France zwei – und in den Village Cinemas kein einziges. Wie exxpress.at nun berichtete, hat sich die Lage auch Tage nach dem Kinostart nicht verbessert. Die Wiener Säle bleiben weitgehend leer.

Der Film von Regisseur Harald Friedl zeigt Babler hinter den Kulissen seines Nationalratswahlkampfs – den Kampf eines Grassroots-Politikers mit einem hierarchischen Parteiapparat, flankiert von Viktor Adler und Bruno Kreisky, die aus Goldrahmen auf das Geschehen blicken.

Über eine halbe Million Euro Steuergeld – für wen?

Das eigentliche Problem ist die Finanzierung. Wie Newsflix unter Berufung auf Produktionsangaben berichtete, flossen rund 528.000 Euro an öffentlichen Fördermitteln in die Produktion – genehmigt noch unter dem grünen Ex-Kulturminister Werner Kogler. Laut exxpress.at und FPÖ-Recherchen variieren die genannten Förderbeträge zwischen 350.000 und 553.000 Euro, je nach Einberechnung weiterer Zuschüsse.

FPÖ-Bundesparteisprecherin Lisa Schuch-Gubik ließ laut FPÖ-Website kein gutes Haar am Projekt: „Wenn ein Film, der mit hunderttausenden Euro aus öffentlichen Mitteln finanziert wurde, nicht einmal ein Dutzend Menschen in den Kinosaal lockt, dann ist das nicht nur ein wirtschaftlicher Flop, sondern ein Skandal der Sonderklasse.“ Die Freiheitlichen fordern, dass die SPÖ die Kosten selbst übernimmt.

Auch online: Schweigendes Publikum

Die dürftige Kinobilanz spiegelt sich laut oe24 auch in Bablers digitalem Auftritt wider. Der parteiinterne Sender „SPÖ eins“ kämpft um jede Minute Aufmerksamkeit: Die meisten Clips liegen im dreistelligen Aufrufbereich. Das Format „Kein BlaBla mit Babler“ erreichte die erste Folge der zweiten Staffel zwei Stunden nach Veröffentlichung gerade einmal 52 Aufrufe.

Für einen Politiker, der die SPÖ mit dem Anspruch auf Massenmobilisierung und Graswurzelpolitik erneuern will, ist das in Summe eine denkbar schlechte Botschaft – und das in einer Woche, in der ihm auch noch der unbeabsichtigte NS-Formel-Lapsus „Kraft durch Freude“ anhaftet.

Credits: APA

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