48 Stunden für Hormuz: Trump eskaliert — und der Iran schlägt verbal zurück

48 Stunden für Hormuz: Trump eskaliert — und der Iran schlägt verbal zurück

Die Lage im Iran-Krieg spitzt sich dramatisch zu. US-Präsident Donald Trump stellte dem Iran am Samstag per Truth Social ein Ultimatum: Teheran habe genau 48 Stunden Zeit, die Straße von Hormuz vollständig zu öffnen — andernfalls würden die USA iranische Kraftwerke angreifen und zerstören, „beginnend mit dem größten“, wie ZDF heute berichtet. Das Ultimatum läuft in der Nacht auf Dienstag mitteleuropäischer Zeit ab.

Hormuz: Ein Nadelöhr mit globaler Sprengkraft

Rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Gashandels passieren in Friedenszeiten die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Seit Beginn des Iran-Kriegs hat der Schiffsverkehr dort praktisch zum Erliegen gebracht — nicht weil die Meerenge physisch blockiert wäre, sondern wegen der Bedrohungslage. Wie oe24 unter Berufung auf den Sicherheitsexperten Peter Neumann berichtet, reiche eine glaubwürdige Drohung aus, um Reeder davon abzuhalten, Tanker durchzuschicken.

Wie Al Jazeera berichtet, erklärte der Iran zwar, die Meerenge sei für Schiffe aus nicht-feindlichen Staaten offen — doch konkret passierten kaum Tanker die Route. US-Generalstabschef Brad Cooper teilte mit, die iranischen Fähigkeiten zur Bekämpfung von Schiffen seien durch US-Angriffe auf unterirdische Lager für Antiship-Raketen bereits „geschwächt“ worden.

Iran droht mit Vergeltung — und mit kompletter Schließung

Die Antwort aus Teheran ließ nicht lange auf sich warten. Wie ZDF heute und der Tagesspiegel berichten, drohten die iranischen Revolutionsgarden über den Staatssender Irib: Sollte die US-Energieinfrastruktur des Iran angegriffen werden, würden alle Energieanlagen und Entsalzungsanlagen der US-Verbündeten in der gesamten Golfregion ins Visier genommen. Noch weitergehend: Der Iran drohte laut PBS News, die Straße von Hormuz bei einem solchen Angriff sofort „vollständig“ zu sperren — und sie erst wieder zu öffnen, wenn die zerstörten Kraftwerke wiederhergestellt seien.

Was bei einem Angriff auf dem Spiel steht

Wie oe24 auf Basis von IEA-Daten berichtet, werden rund 80 Prozent der iranischen Stromversorgung aus Erdgas gewonnen. Das größte Kraftwerk — das Dampf- und Gaskraftwerk in Damavand nahe Teheran — hat eine Kapazität von mehr als 2.800 Megawatt. Ein Angriff auf solche Anlagen würde Millionen Iraner ohne Strom lassen: Kühlung, Heizung, Wasserversorgung und Bankensystem wären betroffen. In Teheran, so oe24, sprechen die Menschen bereits von einer drohenden „Apokalypse“.

Völkerrechtlich ist das Szenario heikel. Wie PBS News unter Berufung auf US-Militärrechtsexperten berichtet, können Kraftwerke, die die Zivilbevölkerung versorgen, nur dann rechtmäßig angegriffen werden, wenn der militärische Vorteil das verursachte Leid überwiegt. US-Senator Ed Markey bezeichnete Trumps Drohung bereits als mögliches Kriegsverbrechen.

Golfstaaten in der Schusslinie

Besonders brisant: Die Entsalzungsanlagen der Golfstaaten könnten im Falle einer iranischen Vergeltung direkt betroffen sein. Wie oe24 berichtet, ist die Golfregion stärker auf Entsalzung angewiesen als jede andere Weltregion — in Katar und Bahrain sorgen solche Anlagen für über 90 Prozent der Trinkwasserversorgung. Laut der US-Denkfabrik CSIS könnte selbst der psychologische Effekt solcher Angriffe massiv sein: Das Image von Sicherheit und Stabilität, auf dem die Golfstaaten ihr Wirtschaftsmodell aufgebaut haben, wäre nachhaltig beschädigt.


Quellen:

  • oe24.at: Trumps Ultimatum: Jetzt droht „Apokalypse“ (23.03.2026)
  • zdfheute.de: Straße von Hormus: Donald Trump setzt Iran 48-Stunden-Ultimatum (22.03.2026)
  • tagesspiegel.de: Trump droht mit Zerstörung von Kraftwerken (22.03.2026)
  • euronews.de: Ultimatum aus Washington: Trump setzt Iran 48-Stunden-Frist (22.03.2026)
  • aljazeera.com: Trump issues 48-hour Hormuz Strait ultimatum (22.03.2026)
  • pbs.org: Iran threatens to ‚completely‘ close Strait of Hormuz following Trump’s ultimatum (22.03.2026)
  • bloomberg.com: Trump and Iran Hurl War Threats With Hormuz Crisis Building (22.03.2026)
  • axios.com: Trump to Iran: Open Hormuz in 48 hours or U.S. bombs power plants (22.03.2026)

Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x