Die Energiepreiskrise schlägt sich direkt in den Umfragen nieder — allerdings nur zugunsten einer einzigen Partei. Die FPÖ baut ihren Vorsprung weiter aus, während die Koalition bei einer gemeinsamen Mehrheit weit entfernt ist.
37 Prozent: FPÖ kratzt am historischen Rekord
Wie oe24 unter Berufung auf eine aktuelle Lazarsfeld-Umfrage (2.000 Befragte, Erhebungszeitraum 9. bis 17. März, maximale Schwankungsbreite 2,2 Prozent) berichtet, kommt die FPÖ von Herbert Kickl auf 37 Prozent — ein Plus von einem Punkt gegenüber der Vorerhebung. Das ist bemerkenswert, weil die Blauen damit fast exakt jene Werte erreichen, mit denen Sebastian Kurz die ÖVP im Jahr 2019 auf ihr historisches Rekordergebnis geführt hatte.
Wie die Umfrageplattform politpro.eu dokumentiert, liegt der bisherige Lazarsfeld-Höchstwert der FPÖ bei 39 Prozent, gemessen Anfang Jänner 2025. Die aktuelle Erhebung zeigt damit eine erneute Annäherung an diesen Spitzenwert — getrieben, wie oe24 analysiert, von der anlaufenden Energiepreiskrise infolge des Iran-Kriegs.
Koalitionsparteien im freien Fall
Der Kontrast zu den Regierungsparteien könnte kaum größer sein. Wie oe24 berichtet, kommt die ÖVP unter Kanzler Christian Stocker auf lediglich 20 Prozent — stagnierend und weit unter dem Wahlergebnis vom September 2024. Einschränkend merkt oe24 an, dass die kurz zuvor präsentierte Spritpreisbremse in diesen Zahlen noch nicht eingepreist ist und allenfalls in kommenden Erhebungen sichtbar werden könnte.
Die SPÖ verliert laut oe24 einen weiteren Punkt und landet bei 18 Prozent. Vizekanzler Andreas Babler hatte sich zuletzt stark für einen Spritpreisdeckel eingesetzt — eine Wählerbelohnung dafür blieb in dieser Umfrage aus. Auch die NEOS verlieren einen Punkt und halten bei 7 Prozent, die Grünen kommen auf 9 Prozent.
KPÖ spielt die Schlüsselrolle
Wie oe24 berichtet, hätte die aktuelle Dreierkoalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS auf Basis dieser Zahlen keine parlamentarische Mehrheit mehr. Hochgerechnet käme sie nur noch auf 87 Mandate — notwendig wären 92. Ein wesentlicher Faktor ist dabei die KPÖ, die laut Lazarsfeld-Projektion auf 7 Mandate käme und den etablierten Parteien damit entscheidende Sitze wegnähme.
Wie politpro.eu auf Basis aller Umfrageinstitute zusammenfasst, liegt die FPÖ im überinstitutsübergreifenden Wahltrend bei rund 36 Prozent — ein Niveau, das die Partei seit Monaten stabil hält. Der Abstand zur zweitstärksten Partei ÖVP beträgt damit konstant rund 15 bis 17 Prozentpunkte.
Quellen:
- oe24.at: Neues Umfrage-Beben: FPÖ zieht auf Kurz-Niveau davon (19.3.2026)
- Lazarsfeld-Umfrage für oe24 (Erhebung 9.–17. März 2026, n=2.000)
- politpro.eu: Wahlumfragen Österreich — Sonntagsfragen & Wahltrend 2026
- politpro.eu: Lazarsfeld Gesellschaft — Aktuelle Wahlumfragen & Analyse
Credits: APA
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