350.000 Euro Förderung, acht Tickets verkauft: Babler-Doku floppt zum Kinostart

350.000 Euro Förderung, acht Tickets verkauft: Babler-Doku floppt zum Kinostart

Ein Dokumentarfilm über Andreas Bablers Wahlkampf ist in den österreichischen Kinos angelaufen – mit ernüchterndem Ergebnis. Die Zahlen sprechen für sich: kaum Besucher, kaum Klicks, viel Steuergeld.

Der Film: Bablers Wahlkampf auf der Leinwand

Regisseur Harald Friedl hat Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) während des letzten Nationalrats-Wahlkampfs mit der Kamera begleitet. Der Dokumentarfilm „Wahlkampf“ ist seit Freitag in österreichischen Kinos zu sehen. Der Film zeigt den SPÖ-Chef im Ringen mit seinem Apparat – das strategische Spannungsfeld zwischen einem hierarchisch organisierten Parteiapparat und dem Anspruch auf Grassroots-Mobilisierung. Im Hintergrund schauen Viktor Adler und Bruno Kreisky aus goldenen Rahmen zu.

Die Zahlen: Ernüchternd

Der Kinostart verlief laut jedoch mehr als bescheiden. Bis Mittag des Starttages wurden im Wiener Votiv-Kino lediglich acht Tickets verkauft, wie oe24 berichtet, im De France zwei – und in den Village Cinemas kein einziges. Das Projekt wurde mit rund 350.000 Euro an Steuermitteln gefördert, genehmigt noch unter dem grünen Ex-Kulturminister Werner Kogler.

Auch online kaum Resonanz

Das schwache Kino-Interesse korrespondiert mit der digitalen Performance von Bablers hauseigenem Partei-Sender „SPÖ eins“. Die meisten Clips dümpeln im dreistelligen Aufrufsbereich vor sich hin. Besonders auffällig: das Format „Kein BlaBla mit Babler“, in dem der Parteichef direkt und ungefiltert kommunizieren soll, erreichte die erste Folge der zweiten Staffel zwei Stunden nach Veröffentlichung gerade einmal 52 Aufrufe, wie oe24 berichtete.

Politische Fallhöhe

Der Zeitpunkt ist für Babler ungünstig: Nur einen Tag zuvor war er wegen seiner unbeabsichtigten Verwendung der NS-Formel „Kraft durch Freude“ bei einer ESC-Pressekonferenz in die Kritik geraten. Nun der Kino-Flop. Für einen Politiker, der mit dem Anspruch antritt, die Massen zu mobilisieren und die SPÖ zu erneuern, ist die Summe der Ereignisse dieser Tage wenig hilfreich. Es gilt die Unschuldsvermutung – im Fall des Filmflops handelt es sich schlicht um ein Publikumsproblem, keine politische Verfehlung.

Credits: APA

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