Wien – Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) steht erneut im Fokus der Kritik. Wie aus einer Anfragebeantwortung hervorgeht, hat das Innenministerium im vierten Quartal des vergangenen Jahres fast 300.000 Euro für Werbekampagnen auf Plattformen wie TikTok, Meta und YouTube ausgegeben. Insgesamt beliefen sich die Ausgaben für Online-Werbung und soziale Medien auf rund 680.000 Euro. Doch was steckt hinter diesen Zahlen?
TikTok, YouTube und Meta als Hauptprofiteure
Die detaillierte Aufschlüsselung der Kosten zeigt, dass allein YouTube mit 87.471 Euro den größten Anteil erhielt, gefolgt von TikTok mit 41.678 Euro und Meta (Facebook und Instagram) mit 50.089 Euro. Auch Plattformen wie Snapchat (37.905 Euro) und Spotify (14.173 Euro) wurden bedacht. Selbst Amazon Prime erhielt knapp 30.000 Euro für Werbeschaltungen.
Karner betonte in seiner Stellungnahme, dass es sich hierbei nicht um klassische Werbung, sondern um „Informationskampagnen“ handle, die der Bevölkerung zugutekommen sollen. Doch Kritiker sehen das anders.
FPÖ: „Steuergeldverschwendung für Eigenwerbung“
Die FPÖ ließ nicht lange auf sich warten. Generalsekretär Christian Hafenecker bezeichnete die Ausgaben als „absolut unverhältnismäßig“. Er warf Karner vor, Steuergelder für „Sinnlos-Kampagnen“ zu verschwenden, während in anderen Bereichen, wie der Polizeiausstattung, gespart werde. Hafenecker erinnerte zudem daran, dass bereits unter Karners Vorgänger Karl Nehammer Millionenbeträge für Eigenwerbung ausgegeben wurden.
Warum TikTok und Co.?
Die Wahl der Plattformen wirft Fragen auf. TikTok, bekannt für seine junge Zielgruppe, scheint auf den ersten Blick ein ungewöhnlicher Kanal für ein Innenministerium zu sein. Doch Experten vermuten, dass die Regierung gezielt auf jüngere Generationen abzielt, um Themen wie Sicherheit und Prävention zu kommunizieren.
Ein teures Image?
Die Debatte um die Werbeausgaben des Innenministeriums ist nicht neu. Bereits in der Vergangenheit wurden hohe Summen für Kampagnen kritisiert, die laut Opposition mehr der Eigenwerbung als der Information dienten.
Quellen: oe24.at, ots.at, salzburg24.at, derstandard.at, rechnungshof.gv.at
Credits: APA
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